Die 5 Schwächen und die 5 größten Ängste von Narzissten, die Sie kennen sollten!


Narzissten treten zwar ungewöhnlich selbstbewusst und selbstherrlich auf und geben sich nach außen sehr souverän und überlegen, offenbaren aber gleichzeitig gerade hierdurch ihre sehr große Schwäche, die der aufmerksame Beobachter eigentlich nicht übersehen kann. In dem festen Glauben, alles besser zu wissen und unbezwingbar zu sein, verfällt der Narzisst leicht in einen Größenwahn, in dem er naheliegende Dinge übersieht. Seine mangelnde Vorsicht und Gewissen-haftigkeit können ihm und sein direktes Umfeld sehr schnell Kopf und Kragen kosten.

Die 1. Schwäche eines Narzisst – er/sie lässt sich gerne schmeicheln!

Der Narzisst lebt von der Bewunderung und braucht sie so dringend wie die Pflanze das Sonnenlicht. Bekommt kein Licht mehr, dann geht er ein. Demzufolge ist sein größter Antrieb, für seine Fähigkeiten, seinen Leistung oder seinem Talent ausreichend Anerkennung, Lob oder Bewunderung zu erhalten. Es ist das Futter für seine innere Stabilität.

Aber diese Abhängigkeit, in die er sich begibt, ist zugleich auch seine größte Schwäche. Er unterliegt sehr schnell der Gefahr, sich schmeicheln zu lassen und wird dann beeinflussbar.

Wenn man weiß, was der Narzisst hören will, was er für Träume, Ziele und Phantasien hat, dann kann man ihm sehr leicht einen Wurm ins Ohr setzen. Ist er über einen Tatbestand nicht hinreichend informiert, so kann man ihm mit Schmeicheleien sehr leicht in eine Richtung manipulieren, die dem eigenen Vorteil dient. Narzissten neigen dazu, etwas Bestimmtes hören zu wollen, was ihre Vorstellungen unterstützt, auch wenn es nicht den Tatsachen entspricht.

Ein einfaches Beispiel:

Wenn sich ein Narzisst einen neuen Anzug, sagen wir einmal von der Marke Boss, kaufen möchte, weil alle Kollegen in der Anwaltskanzlei, in der er arbeitet, einen Boss-Anzug tragen, dann kann es sein, dass er sich in den Kopf gesetzt hat, um auch zum erlesenen Club zu gehören, sich einen Boss-Anzug zu kaufen. Der Verkäufer wird ihm einen Anzug empfehlen und ihn mit Leichtigkeit überzeugen können, wie gut ihm der Anzug steht und dass er schon lange keinen Kunden mehr in seinem Geschäft hatte, der eine so überragende Figur in einem Anzug gemacht hat. Der Narzisst fühlt sich geehrt und kauft den Anzug. Tatsächlich ist es aber so, dass dieser Anzug aus der Winterkollektion übriggeblieben ist, weil niemand ihn haben wollte und dieser Schnitt und die Farbe auch nicht mehr hergestellt wird, weil die Nachfrage zu gering war. Das Märchen „ Dem Kaisers neue Kleider“ ist ein Paradebeispiel!

Verstehen Sie, was ich sagen möchte? Wenn sich ein Narzisst etwas in den Kopf gesetzt hat, dann will er es unbedingt haben. Er lässt sich dann mit Leichtigkeit in eine Richtung manipulieren, in der er wahrscheinlich in Vollbesitz aller Kenntnisse und bei gewissenhafter Prüfung nicht gelaufen wäre. Auch wenn dieses Beispiel sicherlich sehr simpel ist und jeder auf die Masche eines Verkäufers hereinfallen kann, so soll letztlich die übertriebene Anspruchshaltung des Narzissten in Verbindung mit der Überheblichkeit und einem verstärkendem Lob oder Kompliment zur rechten Zeit seine Anfälligkeit für ungünstige Beeinflussungen zeigen.

Die 2. Schwäche eines Narzissten – er/sie meidet Menschen, die es besser wissen könnten!

Narzissten sind von ihrer Meinung so sehr überzeugt, dass sie glauben, von anderen Menschen, auch von solchen, die es vielleicht aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrungen besser wissen müssten, keinen Rat annehmen zu brauchen. In ihrem absoluten Glauben an Allwissenheit und Unfehlbarkeit sind sie davon überzeugt, dass nur sie die richtige Antwort auf alle Fragen kennen, dass nur sie die richtigen Schlüsse aus einer Situation ziehen und dass nur sie ein richtiges Urteil fällen können.

Da sie Widerspruch und Kritik ohnehin nicht dulden und lieber von ihrem Umfeld bewundert werden wollen, lassen sie auch nur solche „Fachleute“ in ihre Nähe, die eben dieses Kriterium erfüllen. Er legt sozusagen besonderen Wert darauf, von seinen „Beratern“ nur das zu hören, was er ohnehin schon weiß, zumindest was die grundlegende Richtung angeht. Um die Details kümmert er sich ohnehin nicht selbst, die überlässt er gerne den anderen.

Dadurch ist der Narzisst viel mehr als andere Menschen der Gefahr ausgesetzt, einen falschen und in schlimmeren Fällen auch einen verhängnisvollen Weg zu wählen, der ihn, aber auch seinen Partner, seine Kinder, das Unternehmen oder seine Gesundheit in den Abgrund stürzen kann.

Wenn man diese Schwäche ausnutzen wollte, dann kann man ihm Informationen zukommen lassen, die er hören will, von denen man aber weiß, dass sie falsch oder unvollständig sind und ihn dann sehendes Auges in die Misere hineinlaufen lassen. Das Problem wird nur sein, dass er ihnen hinterher ohnehin die Schuld geben wird, ob er es nun nachweisen kann oder nicht.

Die 3. Schwäche eines Narzissten – er/sie hört nicht richtig zu!

Zum einen neigt der Narzisst dazu, selbst gerne zu sprechen und endlose Monologe zu halten. Und wenn er einmal Redepause hat und jemand anderes spricht, dann wartet er nur darauf, bis er wieder einhaken und das Wort ergreifen kann. Ein Narzisst ist ein schlechter Zuhörer. Diese Rolle ist ihm viel zu passiv, er kann nicht eingreifen ins Geschehen und seine Meinung wird wohl möglich nicht berücksichtigt. Das kann er auf gar keinen Fall zulassen.

Zum anderen will ein Narzisst ohnehin nur hören, was seiner Meinung entspricht und was für ihn persönlich wichtig ist. Daher ist er immer der Gefahr ausgesetzt, wichtige oder interessante Details zu übersehen oder aufgrund von unvollständigem Wissen falsch zu interpretieren. Er verschließt sich vor der Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern und das Feld aller Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen.

Solange er nicht zu einer neuen Erkenntnis gelangt ist, darf es nur das geben, was er für wahr hält. Alles andere wird vehement abgestritten, ignoriert, missachtet oder verspottet. Erst wenn es ihm zu Bewusstsein gekommen ist, dann bekommt es auch Gültigkeit und Legitimation.

Diese Einsicht erfolgt in der Regel nur, wenn er sich aus einem reinen Überlebenstrieb heraus veränderten Bedingungen anpassen muss, um sich auch zukünftig seine Bewunderungen zu sichern. Doch das Missachten von wichtigen Informationen, die nicht aus der eigenen Quelle stammen, kann auch in diesem Fall ein schweres Verhängnis werden.

Die 4. Schwäche eines Narzissten – er/sie greift immer zu den gleichen Methoden!

Solange er keine Veränderungen und keine Alternativen an sich heranlässt, wird er Probleme und Herausforderungen immer nur wieder mit den gleichen Methoden versuchen zu bewältigen. Selbst wenn seine Methoden ungeeignet sind, wird er nicht auf die Idee kommen, ganz neue Wege zu gehen, es sei denn, er hat es sich woanders, sprich bei ihrer Konkurrenz abgeschaut. Dann kopiert er einfach, optimiert es und macht es zu seiner „Erfindung“.

Dieses grundsätzlich sehr statische Verhalten macht ihn in gewisser Weise berechenbar. Man kann ungefähr voraussagen, wie er auf bestimmte Vorgänge, Probleme oder Situationen reagieren wird. So kann man sich in Ruhe vorbereiten und sich Gedanken machen wie man ihm begegnet, aber auch wie er wohl aller Wahrscheinlichkeit darauf reagieren wird. Je besser man seine bevorzugten Methoden kennt, desto besser kann man sich vorbereiten, ihm ausweichen oder beeinflussen.

Der Narzisst ist zu stark auf sich selbst zentriert. Das macht ihn starr, unbeweglich und unflexibel. Er kann sich gar nicht vorstellen, dass es sinnvolle Möglichkeiten außerhalb seiner Hemisphäre gibt.

Die 5. und letzte Schwäche eines Narzissten – er/sie ist gierig!

Der Narzisst hat ein starkes Verlangen nach Anerkennung, Macht, Besitz und materiellem Wohlstand. Das Fatale an diesem Streben besteht jedoch darin, dass seine Gier niemals zu befriedigen ist. Wenn der Narzisst Ruhm und Reichtum erreicht hat, dann setzt er sich nicht etwa zur Ruhe und erfreut sich über das Erreichte, dann muss er noch mehr bekommen. Sein Hunger wird niemals gestillt, seine Gier ist unersättlich und grenzenlos.

Wenn er sich einen großen Wagen leisten kann, dann muss es danach ein Sportwagen sein und wenn er diesen hat, dann will er ein eigenes Flugzeug. Und wenn er mitbekommt, dass sein Nachbar ein eigenes Boot hat, dann muss er noch eine Yacht haben. Dieses Verlangen endet nie, es sei denn es treibt ihn in den finanziellen Ruin.


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Nun schauen wir uns die 5 größten Ängste von Narzissten genauer an

Narzissten und Ängste scheint auf dem ersten Blick nicht zusammen zu gehören. Der Narzisst sieht sich gerne als den starken und unbezwingbaren Menschen, der keine Schwächen hat und scheinbar auf alles eine Antwort findet. Was haben dann Ängste mit Narzissmus zu tun?

Einen Großteil seiner Energie verwendet der Narzisst aber darauf, seine Ängste zu verbergen und ihnen nicht zu begegnen. Gerade die Angst ist eine große Antriebsfeder des Narzissten und macht ihn letztlich auch zu dem, was er ist.

Narzissten meiden Nähe, Abhängigkeit, Einsamkeit, Kritik und Erfolglosigkeit wie der Teufel das Weihwasser. Es sind Zustände, die sie einfach nicht ertragen können und mit denen sie auch nicht umgehen können. Verharren sie zu lange in dieser für sie unerträglichen Lage und können sie sich nicht daraus befreien, dann stürzen sie sehr oft in Unmut, Depressionen und verlieren ihre Lebenskraft. Daher richtet sich ein sehr großer Teil ihrer Energie auf die Abwendung solcher Gefahren, die das gesamte Bild von ihrer grandiosen Person ins Wanken bringen könnten.

Die 1. Angst eines Narzissten – Nähe!

Eine der größten Ängste von Narzissten ist die emotionale Nähe zu anderen Menschen. Wenn sie sich verlieben oder sich auf eine andere Weise mit einem Menschen verbinden, dann haben sie Angst ihre Unabhängigkeit zu verlieren und sich zu sehr anpassen zu müssen. Sie haben einen starken Drang nach Freiheit und wollen sich auf gar keinen Fall einengen lassen, weshalb eine Beziehung so schwierig mit ihnen zu führen ist.

Die Welt der Gefühle ist für sie mysteriös und gefährlich. Sie können damit einfach nicht umgehen. Daher halten sie sich lieber an der Oberfläche auf und dringen nicht so gerne in unbekannten Tiefe ein, die sie aus der Bahn werfen könnten. Der Narzisst kann sich nicht wirklich auf andere Menschen einlassen und weder seine Gefühle ungezwungen noch authentisch zeigen. Es ist ein Territorium, in dem er sich nicht auskennt und in dem er sich nur verirren kann. Also blendet er es der Einfachheit halber aus und tut so, als wenn es nicht existierten würde. Alles, was mit Gefühlen zu tun hat, kann er zwar theoretisch erklären und erfassen, er kann aber nicht das entsprechende innere Empfinden aufbringen.

Außerdem bekommt der Narzisst ein Problem mit seiner Tarnung, wenn ihm Menschen zu nahe kommen. Bei so viel Nähe kann er auf Dauer seine selbst inszenierte Fassade nicht ununterbrochen aufrechterhalten. Je dichter er einen anderen Menschen an sich heranlässt, desto mehr werden auch seine Schwächen auffliegen. Das macht den Narzissten angreifbar und verletzbar, weshalb er dringend versuchten muss, andere auf eine notwendige Distanz zu halten, um die Oberhand zu behalten.

Echte Gefühle können sich nur dann ausbreiten und Resonanz finden, wenn man sich vertraut und nah ist. Für den Narzissten sind Gefühle aber der Ausdruck von Schwäche, was er mit seinem Idealbild nicht überein bekommt und sie daher ausblendet.

Die 2. Angst eines Narzissten – Abhängigkeit!

Narzissten haben große Angst davor, in die Abhängigkeit von anderen zu geraten. Sie haben selbst ein großes Freiheitsbedürfnis und wollen um jeden Preis autonom bleiben und leben. Daher streben sie stets in allen Bereichen ihres Lebens die Führerschaft an, die ihnen einen größtmöglichen Entfaltungsraum gibt. Wenn er sich unterordnet, z.B. im Beruf, wo er noch einen Vorgesetzten vor sich hat, dann nur mit entsprechenden Privilegien und Vorrechten und ausreichenden Kompetenzen, die ihm einen großen Entscheidungsspielraum ermöglichen.

So sehr er andere Menschen von sich abhängig machen möchte und sie unterordnen will, so sehr strebt er für sich selbst die absolute Autonomie an. Er möchte andere Menschen in der Hand haben und nicht umgekehrt. Sich von jemanden abhängig zu machen, würde für ihn bedeuten, selbst nicht stark genug zu sein und die Hilfe von einem anderen in Anspruch nehmen zu müssen. Seinen Stolz und seinen Wert als Person bezieht er aber gerade daraus, dass er alles alleine kann und niemand benötigt, der ihm unter die Arme greift. Deshalb eignet sich ein Narzisst auch niemals als ein Teamplayer.

Für einen Narzissten muss es wie eine Folter sein, wenn er sich unterordnen muss, wenn er von anderen fremdbestimmt wird, wenn sich sein Handlungsspielraum durch eingeschränkte Kompetenzen, durch finanzielle Handicaps oder durch eine Krankheit stark verringert. Das kann einen Narzisst sehr schnell in eine Depression führen oder zu einem Suchtverhalten, in dem er seinen Kummer tränken kann.

Freiheit ist für den Narzissten ein notwendiger Zustand zur Aufrechterhaltung der Selbstwertregulierung. Verfällt er der Abhängigkeit, dann fühlt er sich auch gleichfalls wertlos und unnütz.

Die 3. Angst eines Narzissten -  Einsamkeit!

So wenig sich Narzissten von anderen Menschen abhängig machen wollen, so sehr brauchen sie dennoch Weggefährten, die sie bewundern. Sie sind auf die positive Resonanz aus dem Umfeld mehr als jeder andere angewiesen. Bestätigung, Zuwendung, Lob und Aufmerksamkeit erwartet der Narzisst von seinen Mitmenschen. Ohne dies kann er nicht leben. Es ist für ihn die tägliche Nahrung und das Motiv all seiner Handlungen.

Daher können sie nicht lange alleine sein, sie brauchen immer wieder Menschen, um deren Energien, Gefühle, Aufmerksamkeit oder materiellen Vorteile anzapfen zu können. Ein Narzisst sucht sich immer ein Opfer, das ihm zur Verfügung steht und ihn auf irgendeine Weise nähren kann. Dabei spielt er immer wieder den gleichen Film ab, es wechseln nur von Zeit zu Zeit die Schauspieler.

Entfernen sich aber die Menschen um ihn herum, weil sie die Selbstherrlichkeit des Narzissten nicht mehr länger ertragen können, dann wird es um den Narzissten ruhig und einsam. Es gibt niemanden mehr, der ihm noch zujubelt und er kommt nun mit sich und seiner inneren Leere in Berührung. Diesen Zustand versucht ein Narzisst aber im jeden Preis zu verhindern. Er will sich gar nicht selbst spüren, denn dann kommt er in Kontakt mit den negativen Anteilen seiner Persönlichkeit, die sich in Langeweile, Launenhaftigkeit, Missgunst und Depressionen äußert.

Die 4. Angst eines Narzissten -  Kritik!

Jede Kritik, unabhängig davon, ob sie berechtigt oder nicht berechtigt ist, erschüttert sein innerstes Selbst aufs Unerträglichste und prägt sich bei ihm beinahe lebenslänglich ein. Kritik bringt den Narzissten unmittelbar mit seiner Befürchtung in Berührung, eben nicht großartig und nicht besser als alle anderen zu sein und in seiner „Schein-Grandiosität“ aufzufliegen. Daher muss auch jede Form von Kritik konsequent bekämpft und aus der Welt geschafft werden. Er kann es nicht einmal ertragen, wenn ihm jemand auch nur einen kleinen Makel vorhalten möchte.

Kritik kann der Narzisst nicht als hilfreiche Anregung oder gutgemeinte Empfehlung empfinden. Diese tief verwurzelte Unsicherheit wegen des eigenen Wertes zieht eine ständige Furcht vor Entwertung und Missachtung durch die Mitmenschen nach sich. Daher verfällt der Narzisst auch sehr leicht in eine fast chronische Abwehrhaltung, die ihn zur permanenten Aufspürung selbst kleinster Feindseligkeiten anhält. Alles, was auf verletzende Kritik hinweisen könnte, muss sofort in Keim erstickt werden. Alles Schlechte, alles Negative, alles Verletzende muss unbedingt ferngehalten werden.

Die 5. Angst eines Narzissten – Erfolglosigkeit!

Scheitern ist für einen Narzissten ein Horror-Szenario. Er wird immer alles daran setzen, eine drohende Niederlage und den damit einhergehenden Gesichtsverlust abzuwenden. Ein Narzisst bezieht nun einmal in erster Linie seinen Wert durch den Erfolg. Statussymbole, eine hohe Position, Ansehen, der gute Ruf, Einfluss und Macht sind Faktoren, die ihm eine maximale Stabilisierung seines Selbstwertgefühls ermöglichen.

Daher fällt es ihm auch so schwer, Fehler einzugestehen. Er will immer und in jeder Situation die perfekte Fassade aufrechterhalten, weshalb jeder noch so kleine Makel sofort vereitelt werden muss. Fehler machen nur die anderen, er niemals! Dieses Bild muss unbedingt erhalten bleiben.

Diese übergroße Furcht, zu verlieren und zu scheitern, zwingt den Narzissten dazu, alle potentielle Konkurrenten und Feinde in seinem Gebiet unter Beobachtung zu halten. Für ihn stellen sie regelrecht eine Bedrohung dar. Er hat große Angst davor, dass ein anderer besser sein könnte als er und dass seine Schwächen auffliegen und er bloßgestellt werden könnte. Um dies zu verhindern, verliert er seine Konkurrenten niemals aus dem Auge und verfolgt sie auf Schritt und Tritt. Ränkespielchen müssen einem Narzissten nicht beigebracht werden. Es ist für ihn ein angeborener instinktiver Überlebenstrieb.

Bricht der Erfolg weg, verliert der Narzisst seine gute Stellung, seine Statussymbole und sein Vermögen, dann fällt auch seine Fassade vom grandiosen Menschen zusammen. Es ist der größte nur anzunehmende Unfall in seinem Leben. Verliert er den Erfolg, das Ansehen und die Bewunderung anderer, dann glaubt er auch seinen Wert als Mensch zu verlieren. Er glaubt, nur dann eine Berechtigung auf Leben zu haben, wenn er jederzeit erfolgreich und perfekt ist.


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Fazit

Hochmut, Ignoranz, Vermessenheit und Gier sind die ganz großen Schwächen von Narzissten. In einem Gefühl der Unfehlbarkeit und im narzisstischen Rausch des Hoch- und Übermuts werden reale Gefahren nicht mehr erkannt und ein Eintreten von Misserfolgen kategorisch ausgeschlossen. Wie sonst kann es zustande kommen, dass man ein Schiff, wenn auch ein sehr modernes und gewaltiges Schiff wie damals die Titanic, für unsinkbar gehalten hat. In seiner Selbstsicherheit und seinem Höhenrausch wird der Narzisst unachtsam.