Wissen Sie was eine narzisstische Persönlichkeit ist?


Jeder Mensch ist der inneren Spannung ausgesetzt zwischen dem, was er ist, und dem, was er glaubt, sein zu müssen, und sucht oft ein Leben lang nach einem harmonischen Ausgleich. Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl wissen, dass sie nicht perfekt sein müssen und dass die persönliche Entwicklung ein Prozess ist und kein abgeschlossener Zustand.

Bei Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit muss das Selbst aufgeblasen werden. Ihr Ego treibt sie an, größer und besser zu erscheinen, als sie sind und das meist auf Kosten anderer.


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Narzissten haben ein riesiges Ego-Thema

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit finden keinen Zugang zu ihrem wahren Selbst. Sie orientieren sich allein an dem, was sich im Äußeren abspielt, und an der rationalen Stimme ihres Verstandes. Impulse, die aus dem Herzen kommen, werden weitgehend ignoriert und unterdrückt. Sie schaffen sich ein eigenes Idealbild, oder besser gesagt: ein Traumbild von sich und der Welt, um auf diese Weise Unabhängigkeit von der Bewertung anderer zu erlangen und den Schmerz durch psychische Verletzungen zu umgehen. Die Idealisierung der eigenen Person und der eigenen Fähigkeiten muss dazu führen, dass diese Menschen nicht mehr erkennen und spüren, wer sie eigentlich sind.

Ihr Ego hat somit vollständige Macht über sie gewonnen und die Stimme ihres Herzens bleibt unbeachtet. Das Leben ist für sie keine Gemütsangelegenheit, sondern eine rationale Bewältigung von Aufgaben und Herausforderungen. Dabei glauben die Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit, am meisten Zuwendung und Aufmerksamkeit zu erhalten, wenn sie die Herausforderungen des Lebens besser als andere meistern können. Ihr Ego verblendet sie dermaßen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Wirkung auf andere einzuschätzen und sich selbst im Verhältnis zu ihren Mitmenschen zu relativieren.

Narzissten können gar nicht anders, als selbstverliebt, rücksichtslos und egoistisch zu sein. Der Narzissmus ist zum wesentlichen Charakterzug ihrer Persönlichkeit geworden, sie sind voll und ganz von dieser Kraft vereinnahmt worden. Wenn Egozentrik, krankhafte Empfindlichkeit und mangelndes Einfühlungsvermögen die hervorstechenden und unübersehbaren Merkmale eines Menschen sind, dann handelt es sich um eine narzisstische Persönlichkeit.

Jeder Mensch wird die Person, die eine narzisstische Persönlichkeit hat, unterschiedlich bewerten. Was für den einen schon als belastend und störend empfunden wird, kann sich für den anderen noch normal anfühlen. Gerade deshalb ist es so schwierig, eine narzisstische Persönlichkeit als solche zu erkennen und sie als eine „psychische Störung“ einstufen.

Narzissten haben ein gestörtes Selbstgefühl und Selbstwertgefühl!

Über das Selbstgefühl nehmen wir das eigene Selbst wahr. Ist das Selbstgefühl nur schwach oder gar nicht ausgebildet, hat man keinen wirklichen Zugang zu den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen – hier hat man den Kontakt zu sich und seinem inneren Kind verloren. Man spürt sich nicht mehr sondern nimmt nur noch eine tiefe Leere wahr. Gerade das mangelnde Selbstgefühl zeigt, dass der narzisstische Mensch sich selbst nicht annimmt und lieben kann. Je stärker das Gefühl für das eigene Selbst empfunden wird, desto mehr Selbstliebe ist möglich.

Weil das Selbst bei einem Narzissten vergraben und von ihm weitestgehend unentdeckt bleibt, ist auch das Selbstwertgefühl schwach und labil. Das bedeutet, dass sich ein solcher Mensch nicht von alleine annehmen und objektiv bewerten kann, sondern in hohem Maß auf die Bestätigung und Stärkung von außen angewiesen ist. Das Gefühl für den eigenen Wert hängt fast ausschließlich von der Bewertung anderer ab. Als Ausgleich seiner Unsicherheit und Minderwertigkeit baut er ein positives Selbstbild von sich auf, unterstützt durch exzessive Größenphantasien. Um dieses Bild aufrechtzuerhalten, bedarf es der ständigen und ununterbrochenen Bestätigung von außen – das geht so weit, dass das direkte Umfeld maßgeregelt wird, wenn diese ihm/ihr nicht das geben, was er/sie für seine narzisstische Persönlichkeit benötigt. Dabei wird er/sie immer sein Umfeld dafür verantwortlich machen – niemals sieht die narzisstische Person sein/ihr eigener Anteil für diesen Disput!

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit beziehen ihre Energie nicht aus dem Innersten, wo sie reichhaltig und grenzenlos zur Verfügung stehen würde. Sie können ihrer inneren Quelle nicht vertrauen. Stattdessen suchen dies im außen: dort finden sie den Treibstoff, der sie nährt und antreibt. Nur leider versiegen diese Quellen und sie müssen sich ständig nach Nachschub umsehen. Narzissten gehen sehr lange Wege und nehmen übermenschliche Anstrengungen auf sich, um sich diese Quellen zu erschließen und sie zu erhalten. Dies ist eine Beschreibung einer sehr stark ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeit – hier gibt es natürlich verschiedene Stufen der Ausprägung!

Merkmale einer narzisstischen Persönlichkeit

Die Hauptanzeichen einer narzisstischen Persönlichkeit sind ein Größengefühl, die Überzeugung von der eigenen Grandiosität, eine ausgeprägte egozentrische Einstellung und ein auffälliger Mangel an Einfühlungsvermögen und Interesse für die Mitmenschen. Für den Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit ist es wichtig, dass alle Macht, jegliche Aufmerksamkeit, jedes Lob und jede Wertschätzung ihm/ihr gelten muss. Ein Narzisst kann es nicht ertragen, wenn er nicht im Mittelpunkt steht. Alle seine Bemühungen richten sich darauf aus, diese Position zu erreichen, zu halten und zu verteidigen.

Merkmale hierfür sind:

hat ein grandioses Verständnis der eigenen Wichtigkeit - übertreibt Leistungen und Talente, erwartet, ohne entsprechende Leistungen zu

    erbringen, als überlegen anerkannt zu werden.

ist stark eingenommen von Phantasien grenzenlosen Erfolgs, grenzenloser Macht, Brillanz, Schönheit oder idealer Liebe.

glaubt von sich besonders und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen oder hochgestellten Menschen (oder Institutionen)

    verstanden zu werden oder mit diesen verkehren zu müssen.

benötigt exzessive Bewunderung.

hat ein überhöhtes Anspruchsdenken, d. h., hat übertriebene Erwartungen in Bezug auf eine besonders günstige Behandlung oder ein

    automatisches Eingehen auf die eigenen Erwartungen.

ist in zwischenmenschlichen Beziehungen ausbeuterisch, d. h., nutzt andere Menschen aus, um die eigenen Ziele zu erreichen.

zeigt einen Mangel an Empathie (Mitgefühl): ist nicht bereit, die Gefühle oder Bedürfnisse anderer zu erkennen und anzuerkennen oder

    sich mit ihnen zu identifizieren.

ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, andere seien neidisch auf ihn.

zeigt arrogante, hochmütige Verhaltensweisen oder Ansichten.

Wie bereits erwähnt, gibt es dabei verschiedenen Stufen der Ausprägung!

Diese Persönlichkeitsstörung hat vielfältige Erscheinungsformen

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung hat viele Gesichter und Ausdrucksformen, so dass die verschiedensten Symptome in unterschiedlichster Weise auftreten und wahrgenommen werden können. Es gibt leichte Formen des Narzissmus, die im Alltag kaum bemerkt werden, sowie momentane und vorübergehende narzisstische Reaktionen bis hin zu hochgradigen destruktiven Charakterveränderungen mit kriminellen Absichten.

Daher ist nicht auszuschließen, dass Partner oder Kinder von Narzissten diese Störung übersehen und nicht realisieren, womit sie es zu tun haben. Vor allem die fehlende Empathie und das schier unersättliche Bedürfnis nach Aufmerksamkeit des narzisstischen Menschen finden im Alltag nicht die ihnen eigentlich zustehende Beachtung und werden nur zu leicht entschuldigt. Die Ursachen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind in einer genetischen Veranlagung, vor allem aber in der Kindheit zu suchen. Meist waren die Ursprungsfamilienstrukturen bereits von den Eltern narzisstisch belastet, sodass die Kinder, die in so einem Umfeld auf wachsen dies als „normal“ ansehen und diese übernehmen und/oder sich unbewusst einen narzisstischen Partner/Partnerin aus wählen.

Fehlt Liebe in der Kindheit – entsteht ein krankmachender Frust beim Kind!

Erlebt ein Kind überwiegend Frustrationen und zeigen die Eltern nur wenig Verständnis und Zuwendung, dann kann es zu einer narzisstischen Störung beim Kind führen. Das Kind erhält die Liebe, die es den Eltern zeigt, nicht zurück.


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Denn, nicht erwiderte Liebe ist für ein Kind das schmerzhafteste Erlebnis überhaupt.

Natürlich wird dadurch auch das Selbstwertgefühl geschwächt. Das Kind zieht sich enttäuscht auf sich selbst zurück. Es fühlt sich minderwertig und tröstet sich als Reaktion darauf mit Größenphantasien. Kritik ist kaum auszuhalten. Sie führt dazu, dass sich das Kind dann vollkommen wertlos und zerstört fühlt. Das, wofür es „geliebt“ wird, ist weg, wenn es kritisiert wird, denn dann fehlt ja „das Gute“ an ihm.

Gleichzeitig wird das Kind neidisch auf das handfeste und scheinbar mühelose Leben der anderen, die ihren Neigungen nachkommen dürfen und dadurch erfolgreich sind. Arroganz und Abwertung der anderen sind die Folge. Die Realität ist nur schwer zu ertragen. Der heranwachsende „Narzisst“ wünscht sich nichts sehnlicher, als mit einem Seelenverwandten zu verschmelzen. Die Sehnsucht, endlich verstanden zu werden, ist unendlich groß und kann doch so schwer erreicht werden, weil der so verletzte Mensch sich selbst ja kaum kennengelernt hat.

Mit anderen verschmolzen

Ein Kind, das so frustriert aufwachsen musste und sein Selbst nicht ausreichend entdecken konnte, kann sich selbst kaum als eigenständigen Menschen erleben. Dieser Mensch kann es nicht aushalten, getrennt zu sein, weil er nie die Erfahrung gemacht hat, dass er um seiner selbst willen geliebt wird und dass er auch als getrennte und selbstständige Person verstanden wird. Daher macht ihm Trennung Angst und er heftet sich an andere Menschen an. Wenn sie ihm nicht gehorchen und zeigen, dass sie eigene Wege gehen, dann entsteht narzisstische Wut. Sie ist das Ergebnis einer ungeheuren Trennungsangst.

Das Kontrollgefühl vermindert die Angst

Was so plastisch klingt, passiert unbewusst. Die Betroffenen selbst spüren meistens nur die Wut, nicht die Angst vor Trennung. Sie spüren auch nicht den Anspruch, dass der andere nur zur Wunscherfüllung „sein eigen“ ist. Das wird meistens erst in einer Psychoanalyse im Zusammenspiel mit dem Therapeuten deutlich, wenn der Patient maßlos wütend und/oder ängstlich wird, weil der Therapeut einmal einige Minuten später als sonst die Tür öffnet. Diese Wut ist Zeichen der Ohnmacht und der Trennungsangst. Der „narzisstische Mensch“ leidet ganz schrecklich, wenn er wahrnimmt, dass sich ein anderer von ihm trennt. Es fehlt ihm zu sehr an innerer Liebe und echter Verbindung zu sich selbst und anderen Menschen, um die Trennung aushalten zu können.

Plötzlich allein

Wenn sich der andere trennt, fühlt es sich für den Betroffenen unter Umständen so an, als ob ein Teil von ihm selbst abfällt. Das Leeregefühl, das dann entsteht, ist so schwer auszuhalten, dass die Betroffenen sich manchmal Schmerzen zuführen, um sich wieder selbst zu spüren und sich als „ganze Person“, also zusammenhängend, erleben zu können.

Das Kind braucht Bestätigung von den Eltern

Damit sich ein Kind gesund entwickeln kann, braucht es Liebe und Bestätigung von den Eltern. Sie dürfen ruhig auch die Größenphantasien des Kindes bestätigen. Gesunde Eltern können sich in das Kind einfühlen und sich mit ihm freuen, wenn es sich selbst entdeckt.

Das Kind freut sich über liebevolle Bewunderung der kleinen Schritte. Gleichzeitig können gesunde Eltern die Ängste des Kindes auffangen und es beruhigen. So lernt das Kind schrittweise, sich selbst zu beruhigen – eine der wichtigsten Fähigkeiten im Leben überhaupt. Je älter das Kind wird, desto realistischer werden auch Lob und Tadel der Eltern, so dass ein sanfter Übergang zu einem realistischen Selbstwertgefühl stattfindet.

Zu wenig Liebe und Bestätigung kann zu Süchten führen

Kinder, die nicht genügend Liebe und Bestätigung von den Eltern bekommen und nur ein schwaches Selbstwertgefühl haben, flüchten sich später manchmal in suchtartiges Verhalten, z.B. in der Sexualität. Umgekehrt können Kinder, die genügend „narzisstische Zufuhr“ erhalten haben, gut damit umgehen, wenn sie im Alltag einmal frustriert werden.

Nun aber eine gute Nachricht!

Diesen Mangel kann in einem 6-wöchigen Transformationsprozess ausgeglichen werden, vorausgesetzt, derjenige kann sich dabei rein emotional darauf einlassen und sein Ego während dieser Arbeit komplett ausschalten!


Als Coach unterstütze ich meine Klienten wenn sie unter einer narzisstischen Persönlichkeit leiden, egal ob es sie selbst oder einer anderen Person betrifft.  Kontaktformular

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