Warum Dein Chef nichts dafür kann, dass Du den Job wechseln willst – und es nicht tust!

Petra ist hoch motiviert und gibt im Job 100 Prozent. Sie mag ihre Arbeit, ihre Kollegen und sie träumt davon, sich in ihrem Aufgabengebiet weiterzuentwickeln. Am liebsten in diesem Unternehmen, denn sie fühlt sich wohl und zu tun gibt es mehr als genug.

Damit sind eigentlich die Weichen für ihre berufliche Zufriedenheit gestellt und auch das Unternehmen könnte sich glücklich schätzen, so eine Mitarbeiterin zu haben. Aber da gibt es etwas, was der Petra den Weg versperrt - und das ist ihr eigener Chef, der eigentlich im Sinne des Unternehmens handeln müsste! Da aber leider Menschen auch an den entscheidenden Positionen sitzen, die Ihre unaufgearbeitete Themen auf andere übertragen und Sie damit in eine Ohnmachts-Situation bringen kann.

Er macht Petra unmissverständlich klar, dass sie es aus verschiedenen Gründen wohl nicht über ihren jetzigen Aufgabenbereich hinaus schaffen wird.

Alle Gesprächsversuche scheitern. Aus Petras hundert Prozent werden fünfundsiebzig Prozent. Sie fängt an, an sich selbst zu zweifeln und Fehler in ihrer Arbeit zu suchen. Der Spaß verschwindet langsam aber sicher. Stattdessen hat Petra morgens manchmal Bauchschmerzen, wenn sie aus dem Haus geht. Sie will da jetzt nur noch weg.

Der Gallup Engagement Index, Deutschlands renommierteste und umfangreichste Studie zur Arbeitsplatzqualität, hat für 2016 ergeben, dass 70% aller Beschäftigten quasi Dienst nach Vorschrift machen und emotional nicht an das Unternehmen gebunden sind. „Emotionale Bindung wird im Direkten Arbeitsumfeld erzeugt“ so die Studie „und der Direkte Vorgesetzte ist dabei das A & O“.


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Ich lade Dich ein, meinen Artikel bis zum Ende zu lesen, weil er in eine ganz andere Richtung geht, als Du es jetzt vermuten magst. Denn wenn Du Geschichten wie die von Petra und Ergebnisse wie die der Gallup-Studie liest, ziehst Du unter Umständen falsche Rückschlüsse auf Deine eigene Situation – und wirst sie damit vielleicht niemals ändern.

Die Falle des einen Grundes

Für alles, was uns widerfährt, suchen wir einen plausiblen Grund, eine Erklärung, die uns nachts wieder ruhig schlafen lässt. Einen Sündenbock eben. Wir wollen verstehen, warum ein Freund krank geworden ist, warum der Sommer so schlecht war, warum der Nachbar so erfolgreich (oder erfolglos) ist und warum wir im Job unzufrieden sind. Warum ist das so?

Die Wahrheit ist, es spielen sehr viele verschiedene Faktoren zusammen, die Situationen und Handlungen auslösen, es ist niemals nur der eine einzige Grund. Aber solange wir an „den einen Grund“ glauben, lassen sich Triumphe und Katastrophen besser auf einzelne Menschen zurückführen – und die Nachtruhe ist wieder gesichert!

Die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Chef wirklich die einzige Ursache für Deine Unzufriedenheit ist, ist Durchaus gegeben. Wahrscheinlicher ist aber, dass es noch andere Gründe gibt, warum Du Dir einen neuen Job wünschst und dass Dein Chef nichts dafür kann, dass Du diesen Wunsch nicht in die Tat umsetzt. Frage dich einfach mal:

Wie wichtig ist Dir der Job-Wechsel?

Viele Menschen tragen sich mit Gedanken wie: „Ich müsst mal wieder ein paar Bewerbungen schreiben!“ oder „lange mache ich das nicht mehr mit!“ oder „Ich würde gerne etwas ganz anderes machen…“. Aber dann klingelt der Wecker, sie stehen auf, ziehen sich an und machen weiter wie bisher.

Ein Grund (von vielen) für dieses Phänomen kann sein, dass die Bequemlichkeit siegt, denn ein Neuanfang ist anstrengend und mit Aufwand verbunden – ganz zu schweigen von einer kompletten beruflichen Neuorientierung. Ein weiterer Grund (von vielen) mag sein: Wir haben Verlustängste – es könnte schließlich schlechter kommen und damit lieber im jetzigen Status quo sitzen bleiben.

Die Sache ist die: Deine unterschwelligen Überlegungen, Dich neu zu orientieren auf der einen Seite und dein Weitermachen wie bisher auf der anderen Seite sind für Dein Gehirn widersprüchliche Informationen! Es ist verwirrt und fragt sich: Wollen wir nun hierbleiben oder nicht? Es ist unzufrieden, denn es möchte eine klare Ansage und die sollte möglichst von Dir kommen – und nicht von Deinem Chef, wenn bereits alles zu spät ist. Deswegen ist die nächste Frage, die Du Dir stellen solltest:

Hast Du Dich wirklich schon entschieden?

Wenn Du Dich für den Spatz in der Hand entscheidest (Deine aktuelle Situation), kannst Du der Taube auf dem Dach (eine neue und andere Situation) nicht nachweinen.

Sei Dir aber über eins bewusst, Dein Ego möchte keine Veränderung – Deine Seele aber unter Umständen sehr wohl. Also, wenn Du Dich für das bleiben entscheidest, dann beobachte Dich sehr genau wie es Dir dabei geht. Sollte es nur einen kleinen Müh an Traurigkeit, Wut, Mutlosigkeit und/oder der Situation Ausgeliefertsein in Dir hochkommen, dann sei Dir bewusst, dass Du Dich gegen Deinem Seelenwunsches entschieden hast!


Ist das für Dich wirklich eine Option oder nicht eher die Option Deines Umfelds, wie Familie und Freunde?             zum vergrößern - Bild anklicken!


Und jetzt wird es spannend, denn in eigener Sache handeln fällt den meisten Menschen erstmal schwer. Die meistgehörte Begründung, warum die Umsetzung nicht erfolgt? „Ich habe nicht genug Zeit!“ und/oder „Mein Chef ist ja Schuld, warum ich in diesem Unternehmen mich nicht entwickeln kann“! und/oder Mal sehen…  Mehr dazu in meinem Beitrag:   Selbstsabotage - die Bremse die uns hindert, einfach unser Leben zu leben!

Setzt Du Deine Prioritäten für Dich?

Wenn Du wirklich entschieden hast, dass Du den Job wechseln willst, dann hast Du auch Zeit, Dich darum zu kümmern – weil Du Dir die Zeit nimmst! Wenn Du so viel arbeitest, dass Du zu nichts anderem mehr kommst, dann solltest Du zu allererst überlegen, ob Du Dein Arbeitspensum überdenken und Dich besser abgrenzen musst. Vielleicht ist auch der Druck, den Du Dir selber machst, ein Thema?


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An irgendeinem Punkt ist Feierabend angesagt und jetzt ist die Frage, wie Deine Prioritäten liegen. Biergarten, Bowling, Fernsehen, Kino, Facebook, Fitnessstudio und der neue Roman sind verschiedene Möglichkeiten. Und Du musst noch nicht einmal komplett darauf verzichten, wenn Du daneben zweimal die Woche jeweils zwei bis drei Stunden einplanst, in denen Du Dich mit Deiner beruflichen Zukunft verabredest. Mehr dazu in meinem Beitrag: Eigenliebe – Selbstliebe:  Untertitel: Jour fixe – mit sich und den eigenen Themen!

Möglicherweise stellt sich dabei schon eine neue Zufriedenheit ein und der Chef ist plötzlich auch nicht mehr so verkehrt.

Fazit

Wenn Entscheidungen getroffen und die ersten Schritte getan sind, ist das Dranbleiben angesagt. Spätestens jetzt ist die Herausforderung besonders groß (kennen wir alle!): Schnell nimmt der Alltagstrott wieder überhand und der geplante Jobwechsel ist schnell auf der Prioritätenliste wieder nach unten gerutscht. Bis zum nächsten Frustmoment – und dann fängt alles wieder von vorne an. Wer ist schuld? Im Zweifel der Chef, aber geholfen ist Dir damit auch nicht.

Wenn Du Dich für die Taube auf dem Dach entschieden hast, dann solltest Du Dir überlegen, wie Du am besten an sie herankommst. Sobald Du es geschafft hast, wird es egal sein, wer Deine Leiter kaputt gemacht hat. Durch die Dachluke ging es sowieso besser!

Vielleicht denkst Du das nächste Mal daran, wenn Du Deinen Chef triffst: Er ist auch nur ein Mensch, mit all seinen Themen, die das Leben mit sich bringt! Er spiegelt Dir nur Deine Themen und Du ihm seine!   Mehr in meinem Beitrag:     Wissen Sie, was eine Projektion ist?

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Als Coach zeige ich meinen Klienten wie sie Ihre "Taube auf dem Dach" erreichen können. Es gibt meistens nicht nur den Einen Weg sondern sehr oft mehrere und manchmal muss man noch einen kleinen Umweg einschlagen, damit man sein Ziel erreichen kann!

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