Wie sieht das optimale Arbeitsumfeld für hochsensible Menschen aus?


Als Arbeitgeber sollten Sie aber mehr als nur Verständnis für hochsensible Menschen aufbringen: Sie sollten diese gezielt einsetzen und anhand ihrer Fähigkeiten fördern. So erhalten Sie nämlich außergewöhnlich talentierte, produktive und kreative Mitarbeiter. Leider tun sich vor allem hochsensible Männer in der westlichen Arbeitswelt immer noch sehr schwer. Sensibilität wird hierzulande nämlich als Schwäche angesehen und ist gesellschaftlich sowie vor allem in der Berufswelt nicht akzeptiert. Anders ist das zum Beispiel in östlichen Kulturen: In großen Teilen Asiens wird Sensibilität als Geschenk angesehen. Hochsensibilität ist hier nicht nur viel bekannter, die Betroffenen werden auch weitaus besser integriert und gefördert. Für uns im Westen ist es eindeutig an der Zeit, nachzuziehen. Doch wie sieht so ein „optimales Arbeitsumfeld“ für hochsensible Menschen eigentlich aus?

Flexibilität

Hochsensible Menschen brauchen mehr Freiräume als der „gewöhnliche Mitarbeiter“. Prinzipiell ist das eigentlich kein Problem, denn sowohl eine hohe Aufopferungsbereitschaft als auch das selbstständige Arbeiten liegen dem hochsensiblen Menschen in der Natur. Woran es fehlt, ist häufig das Vertrauen des Arbeitgebers gegenüber dem Mitarbeiter. Lassen Sie ihm deshalb zukünftig mehr Freiheiten und finden Sie das für ihn passende Arbeitszeitmodell!

Kleine Büros

Nein, damit ist nicht die Quadratmeterzahl des Büros gemeint, sondern die Anzahl der darin arbeitenden Menschen. Im optimalen Fall arbeitet ein hochsensibler Mensch in einem Einzelbüro. Generell gilt: Je mehr Menschen in dem (Großraum-) Büro sind, desto weniger produktiv und lange kann der hochsensible Angestellte konzentriert arbeiten. Noch besser ist es, wenn das Einzelbüro sogar einen schönen Ausblick hat. Ein ruhiger Wald oder das sanfte Plätschern eines Flusses sind für ihn nämlich die optimale Entspannung. Leider bleibt das natürlich häufig ein Wunschtraum. Das Homeoffice kann daher eine perfekte Alternative zum Großraumbüro sein.

Konstruktives Feedback

Viele hochsensible Menschen können nur sehr schwer mit Kritik umgehen und nehmen diese schnell persönlich. Feedbackgespräche sollten deshalb stets konstruktiv geführt werden und auf rein sachlicher Ebene bleiben. Nimmt der Mitarbeiter das Feedback als fair wahr und besteht eine Ausgewogenheit aus Kritik und Lob, kann er dieses aber in der Regel nicht nur gut akzeptieren, sondern die gewünschten Änderungen auch in Rekordzeit umsetzen. Fairness und Objektivität: Nicht nur bei hochsensiblen Mitarbeitern ist das ein gutes Motto für Ihr nächstes Feedbackgespräch.

Einsatz im Team

Dass ein hochsensibler Angestellter am besten im Einzelbüro arbeitet, bedeutet auf der anderen Seite aber nicht, dass er nicht teamfähig sei. Im Gegenteil: Nutzen Sie die mit der Hochsensibilität einhergehenden Fähigkeiten bewusst für die Konfliktlösung im Team. Hochsensible Menschen sind optimale Mediatoren und nicht selten eingeschätzter Ratgeber für Führungskräfte, wenn es um die Stimmung oder Konflikte in dessen Team geht. Ein Vier-Augen-Gespräch mit einem hochsensiblen Menschen kann diesbezüglich äußerst interessant sein.

Sicherheit

Versuchen Sie sich einmal in den Arbeitsalltag eines hochsensiblen Menschen hineinzuversetzen: Er ist anstrengend, viel zu laut und die Konflikte zwischen den Kollegen sind äußerst belastend. Würden Sie bei einer ständigen Überreizung nicht auch irgendwann das Handtuch werfen? Tatsächlich neigen hochsensible Mitarbeiter eher zur Kündigung als ihre Kollegen. Sie fühlen sich oftmals den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Was sie brauchen, ist stattdessen ein hohes Maß an Sicherheit sowie die Ermutigung durch ihren Arbeitgeber. Die eine oder andere persönliche Krise lässt sich mit dieser besonderen Begabung leider nicht verhindern. Wer sich aber wertgeschätzt und wohlfühlt, ist eher bereit an die Belastungsgrenzen zu gehen.

Ruhe

Der wichtigste Faktor, um einen langen Arbeitstag ohne Reizüberflutung zu überstehen, liegt für hochsensible Menschen in der Ruhe. Nicht nur während der Arbeit sollte diese bestenfalls durch das Einzelbüro gewährleistet sein, sondern auch in den Pausen bedarf es eines ruhigen Rückzugsortes. Mit der richtigen Regeneration kann der hochsensible Mitarbeiter-/in dann nämlich auch anschließend wieder gewohnt konzentriert und effizient weiterarbeiten. Von den Kollegen braucht es dafür allerdings ein hohes Maß an Verständnis. Da sich hochsensible Menschen in den Pausen häufig lieber zurückziehen als in der vollen Kantine zu Mittag zu essen, werden sie schnell als ungesellig abgestempelt und ausgegrenzt. Eine offene Kommunikation zwischen Ihnen als Vorgesetzter, dem hochsensiblen und den anderen Mitarbeitern ist deshalb unerlässlich.

Wieso sollten Sie als Arbeitgeber solch einen Aufwand treiben?

Ganz einfach, mit der richtigen Förderung erhalten Sie mit hochsensiblen Angestellten Mitarbeiter, die auf ihrem Fachgebiet äußerst talentiert sind, die gewissenhaft und selbstständig arbeiten, engagiert, verlässlich und teamfähig sind. Sie haben durch ihre hohen sozialen Fähigkeiten einen guten Einfluss auf das Arbeitsklima, sind optimale Mediatoren und in der Kundenakquise oder -betreuung äußerst talentiert. Durch die schnelle Aufnahme und Verarbeitung von Informationen arbeiten sie zudem unglaublich schnell und effizient. Weiterhin denken sie „anders“, was sie zu sehr kreativen und innovativen Arbeitskräften macht. Mehrere Studien konnten dies bereits beweisen.

In den Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels sollten Sie deshalb spätestens jetzt damit beginnen, hochsensible Mitarbeiter schätzen zu lernen und das Arbeitsumfeld entsprechend umzustrukturieren.


Machen Sie den Test: Sind Sie hochsensibel?

Nun ist es an der Zeit, dass Sie herausfinden, ob Sie nicht vielleicht selbst hochsensibel sind. Im Internet finden Sie zahlreiche Tests zum Thema „Bin ich hochsensibel?“, über deren Qualität wir an diesem Punkt aber keine Aussage treffen können. Gewiss erhalten Sie so aber einen ersten Eindruck davon, ob Sie selbst eventuell hochsensibel sind oder nicht.


Natürlich können Sie auch direkt in das persönliche Gespräch mit mir treten. Ich habe mich mit diesem äußerst interessanten Thema aufgrund meiner eigenen Betroffenheit sehr stark auseinandersetzen müssen, mein Leben geändert bzw. angepasst - das ist ein immer-währender Prozess der nie endet, aber immer einfacher wird.     Kontaktformular