Glückliche Paarbeziehungen –                                                                 durch Achtsamkeit und Heilung der alten Wunden


Ein aufeinander zugehen, wobei jeder dem anderen Raum gibt sich zu entfalten, sich zu entwickeln, in dem Maße, wie es für ihn/sie gut und richtig ist. Es bedeutet nicht immer, so nah aufeinander zu hocken, es bedeutet nicht immer, zu jeder Sekunde für den anderen da zu sein. Es bedeutet vor allem, den anderen zu respektieren in dem Raum, den er für sich gewählt hat, hier auf dieser Erde. Ich meine damit den Raum, den er/sie sich genommen hat, um sich zu entfalten und der Dir gewährt ist, Dich zu entfalten.

Die Aufgabe von beiden, sich selbst anzunehmen und damit auch den Partner. Wenn man sich selbst vollkommen annehmen kann, können wir den anderen annehmen, so wie er ist. Dies lässt sich leicht aussprechen und doch ist es für jeden von uns eine große Herausforderung, den anderen so anzunehmen wie er ist. Einfach so, wie er ist, und das nicht in Frage zu stellen.

Um Lieben zu können, müssen wir erst einmal lernen, wie wir uns von der Vergangenheit befreien. Wir müssen alles was wir emotional über die Jahre hinweg angehäuft haben, heilen, leeren, transformieren und auch wieder verlernen. Wenn wir zerbrochene Beziehungen in der Vergangenheit haben, sind diese Erfahrungen und Emotionen noch in uns gespeichert! Die Zellen erinnern sich – der Körper erinnert sich, auch wenn das Ganze schon Jahre zurück liegt und Du rein rationell damit kein Problem mehr hast bzw. es nicht verstehst. Auf diesen Ebenen gibt es keine „Verjährung“, das ist die größte Illusion der wir unterliegen und es nicht verstehen, wenn die angestrebte Partner-schaft wieder die gleichen Anzeichen und Probleme aufzeigt, kann das ein Indiz sein, dass die alten Verletzungen noch da sind.

                                                     Dies beinhaltet auch einen sehr achtsamen Prozess von beiden Seiten!


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Niemand kennt uns so gut wie unser Partner bzw. Partnerin. Keiner stöbert so in unseren Schwächen, bringt uns derart an unsere Grenzen. Und genau deshalb ist dieser Mensch, den wir lieben, der beste Lehrer auf der Suche nach uns selbst. Aber dies kann und ist oftmals nicht einfach und ohne gewisse Rückzüge in dem man Raum zum inne halten hat, um reflektieren zu können, was das nun gerade mit einem Selbst macht, wird sich das auch nicht auflösen.

Ohne Achtsamkeit scheitert jede Liebe

Achtsamkeit ist die Kunst, im viel zitierten "Hier und Jetzt" des Augenblicks präsent zu sein. Klingt doch einfach, ist aber tatsächlich das anspruchsvollste Programm dieser Welt. Wenn wir aufmerksamer sein könnten, uns selbst gegenüber und unserem Partner bzw. Partnerin. Wenn wir die Sichtweisen und Erfahrungen des anderen genauso gelten lassen und annehmen könnten wie unsere eigenen. Wie viel einfacher und liebevoller wäre das Leben und die Liebe.

Weshalb sind wir nur so endlos scharf darauf, verliebt zu sein? Wo doch der Zustand reiner Wahnsinn und der Absturz in den Alltag grausam ist. Der Grund ist Achtsamkeit. Verliebte erleben jede Begegnung stets völlig neu und unendlich aufregend. Jede Geste ist eine Offenbarung. Und niemals sonst erfahren wir so viel Aufmerksamkeit.

Später folgt der mehr oder weniger vollständige Abstieg in die alltägliche Paarroutine. Wir vergessen unseren Jahrestag und das Versprechen, den Küchenschrank aufzuräumen. Wir werden unaufmerksam und wissen nicht mehr, was wir einander zum Geburtstag schenken sollen.

Liebende behandeln einander - zumindest am Anfang - ganz selbstverständlich höflich und respektvoll. Doch wenn wir nicht achtsam bleiben, wird ausgerechnet unsere Liebesbeziehung zu dem Ort, an dem wir uns hemmungslos gehen lassen. Wir beschimpfen einander, machen einander vor Freunden lächerlich, reagieren unwirsch und genervt.

Wenn wir einander bewusst begegnen, mit allen Sinnen anwesend sind, schaffen wir eine Insel der Achtsamkeit im alltäglichen Ozean der Zerstreuung. Und selbst die wenige Zeit, die wir füreinander haben, wächst durch die Kommunikation und dadurch entstehende Intensität.


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Die wirklich gefährliche Paarklippe aber türmt sich vor uns auf, sobald wir den Charakter unseres Partners festlegen. "Peter ist ein Chaot." "Petra nimmt immer alles persönlich." Es führt nämlich dazu, dass wir Peter wirklich zum Chaoten machen. Weil er es ja unserer Meinung nach nicht kann, räumen wir seine Sachen weg und organisieren sein Leben. Weshalb er es nicht mehr tut. Und wir den Chaoten geschaffen haben, den wir so bekämpfen.

Achtsamkeit bedeutet, den Autopiloten, mit dem wir normalerweise durchs Leben düsen, auszuschalten und stattdessen so wachsam und präsent zu sein, wie wir es in einer fremden, unsicheren Situation wären. Dann ist jeder Augenblick eine Chance, unseren/unsere Partner/-in und uns selbst auf eine neuartige und tiefere Weise zu entdecken.

Alles verändert sich immer unaufhörlich. Es ist trivial, aber wenn wir im Augenblick leben, wird die Welt schlagartig bunter und die Partnerschaft lebendiger. Wenn wir nicht in die Ausstellung rasen, sondern schon die Fahrt dorthin genießen. Jede gemeinsame Zeit im hier und jetzt in vollen Zügen bewusst erleben – und dafür Dankbarkeit zu empfinden, könnte der Schlüssel sein!

Unachtsamkeit bindet uns an die Vergangenheit, an gewohnte Denkmuster, an Routinen. Die Veränderung des Partners entgeht uns. - Glücksmomente entgehen uns. "Seit wann vermisst Du Deine Eltern?" "Seit wann magst Du eigentlich Sex am frühen Morgen?" Achtsamkeit ist die Kraft, die unsere Urteile übereinander, die Stagnation und Routinen immer wieder auflösen kann. Abwechslung, neue Reize und ungewohntes Erleben sind aber nötig, damit sich Romantik und Hingabe und Sex nicht aus unseren Beziehungen verabschieden.

Achtsamkeit verhilft uns dazu, nicht von unseren Meinungen mitgerissen zu sein und unseren Gefühlen nicht ausgeliefert zu sein. Indem wir uns bewusst machen, dass sie nicht die Wirklichkeit, sondern Teil unseres Geistes sind, gewinnen wir Abstand zu schwierigen Emotionen wie Neid, Eifersucht, Hass, Schmerz und Kränkung. Nicht, dass wir diese Gefühle nicht mehr hätten. Aber wir lernen, sie als Teil unseres Lebens anzuerkennen, ohne in ihnen zu versinken. Kompromisse und Verständnis werden einfacher, wenn die Weltmacht mit drei Buchstaben an Bedeutung verliert: ICH. Eine gute Selbstwahrnehmung macht uns beziehungsfähig - und zwar nicht nur in der Liebe, sondern im Umgang mit allen Menschen, mit denen wir zu tun haben. Achtsamkeit ist emotionale Intelligenz.


Es dämmert, der Wecker piept, die ersten Sonnenstrahlen drängeln sich durch die Spalten der Jalousie, und neben uns schlägt unser/unsere Partner/-in die Augen auf. Na? Wir kuscheln uns noch einen Moment schlaftrunken aneinander, warm und weich und geborgen, wir riechen einander, spüren die Haut, die Atembewegung des uns so vertrauten Körpers. Wir sind nicht allein auf der Welt, ein neuer Tag bricht an. Es könnte ein Moment von Glück und Liebe sein, wenn wir ihn bemerken. Wenn wir achtsam sind bemerken wir diesen Moment sehr bewusst.


In diesem Sinn wünsche ich Ihnen achtvolle Momente – mit sich und auch mit Ihrem Gegenüber!