Weißt Du, wie man Muster auflösen kann?

die meisten Muster enthalten Bestandteile aus Verhalten, denken und / oder fühlen. Es gibt keine Muster, die nur einen einzigen Bestandteil enthält.

Fehlgeleitetes Verhalten lassen sich einerseits leichter ändern, weil man sein Verhalten über den bewussten Willen relativ leicht steuern kann. Andererseits lassen sich die Folgen destruktiven Verhaltens schwerer korrigieren als die destruktiven Denkens und Fühlens. Das ist mit Blick auf das Gesetz von Ursache und Wirkung, auf das im nächsten Artikel eingehen werde, von erheblicher Bedeutung. Und das Denken lässt sich wiederum leichter ändern als die Gefühlswelt. Mit anderen Worten: Ich will in Dir das Bewusstsein für Prioritäten wecken. Wenn Du auf der Verhaltensebene „sauber“ bist, spielst Du schon in der Bewusstwerdung / Bewusstseins ganz oben mit.

Es geht mir darum, Dir eine Struktur anzubieten, wo Du ansetzen kannst, um Deine Seele zu läutern. Unsere Seele ist oder hat Potential für unendliche Tiefe, Fülle und Reichtum. Sie besitzt eine Komplexität, an die nichts auf der Welt herankommt. Jedes Wirtschaftssystem oder gesellschaftliches Konstrukt ist dagegen – so komplex es auch sein mag – langweiliges Larifari. Die Seele des Menschen ist auch weit spannender als jedes Fernsehprogramm oder Unterhaltungsangebot im Internet.


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Wie Du Dein Verhaltensmuster auflösen kannst

Verhaltensmuster oder Verhaltensanteile in Mustern sind schwerer aufzuspüren als aufzulösen. Das Auflösen ist relativ einfach. Je geübter Du in der Selbstbeobachtung / Selbstreflektion bist, desto mehr wirst Du feststellen, dass sich Dir ein Entscheidungsfenster auftut, bevor Du ein Verhaltensmuster ab arbeitest. Du wirst nicht mehr blind agieren, sondern einen Moment Zeit nehmen um Inne zu halten und zu überlegen: Will ich das wirklich tun? Am Anfang kannst Du Dich damit überfordert fühlen, weil die Zeit für eine Entscheidung viel zu kurz erscheint. Dann flutscht Dir vielleicht das alte Musterverhalten doch noch mal heraus. Macht nichts! Klopfe Dir auf Deine Schultern, dass Du überhaupt erkannt hast, dass Du ein Muster ausagierst.

Im nächsten Schritt gehst Du dann vielleicht dazu über, im Entscheidungsmoment zu sich selbst oder auch laut zu sagen: „Ich muss mal einen Moment darüber nachdenken, wie ich darauf reagieren will.“ Sei darauf gefasst, dass die Mitmenschen, die mit Dir im engen Kontakt stehen, das nicht mögen werden bzw. irritiert sein werden. Denn die meisten Menschen wollen in dem automatischen Mustermodus bleiben und empfinden jeden, der aussteigen will, als Bedrohung. Diese Menschen spüren, dass sich bei Ihnen Veränderung entwickelt und haben Angst davor, weil sie fürchten, sie selbst müssten sich dann auch ändern. Trotzdem kannst Du in dieser Situation lernen. Denn Du kannst in Dich hineinhorchen, was es Dir macht, dass ein Mensch, der Dir nahe steht, mit Abwehr reagiert. Ist es Angst, diesen Menschen zu verlieren? Denkst Du automatisch: „Mit mir stimmt was nicht.“? Oder willst Du ganz schnell die Situation beschwichtigen, weil Du die Disharmonie nicht erträgst? So kannst Du neue Muster in Dich aufspüren. Es ist aber in jedem Fall leichter zu üben mit Menschen, zu denen man kein engeres Verhältnis hat. In diesem Stadium ist es wichtig, dass Du Dich im Nachhinein anschaust, was genau passiert ist und ob Du so agiert hast, wie sich das für Dich richtig anfühlt.

Wenn Du mit Deinem Verhalten nicht so glücklich bist: Macht nichts! Du hast Dein Bestes gegeben. Die nächste Übungsmöglichkeit kommt bestimmt! Stell Dir genau vor, wie Du Dich gern verhalten hättest und wie Du Dich dabei gefühlt hättest. Male Dir das in allen Einzelheiten aus. Vielleicht wirst Du überrascht sein, wenn ich Dir jetzt sage: Genau das ist das Gebet zu Deinem Inneren! Denn Du hast alles Nötige und damit die unendliche Kraft der Veränderung in Dir. Du musst Dir nur bewusst werden und es aktivieren! Und wenn Du zufrieden mit Dir und Deinem Verhalten bist: Klopfe Dir selbst auf die Schultern, danke Deinem Inneren Kompass, dass Du so gut geleitet wurdest, und freue Dich über Deinen Fortschritt!

Wie Du Deine Gedankenmuster auflösen kannst

Gedankenmuster aufzulösen ist ein klein bisschen schwieriger. Denn man muss meistens erst einmal ganz genau auf den Punkt bringen, was überhaupt das Muster ist. Gedanken wie „Das geht doch nicht!“ oder „Wie kann man nur!“ oder „Warum hat er / sie nicht…!“ müssen „übersetzt“ werden. Solange der Gedanke, mit dem Du arbeitest, ein Geschehen im Außen betrifft, hast Du es nicht mit Deinen ureigenen Gedankenmustern zu tun, sondern mit Urteilen über andere. Was nichts anderes sind als Projektionen, also ein ins Außen verlagertes Verhaltensmuster. Der Hang zum Urteilen, Verurteilen und Projizieren ist für sich gesehen ein Gedankenmuster. Hier gilt es, bewusst die Aufmerksamkeit von anderen abzuziehen und auf sich selbst zu fokussieren. Du weißt ja: Ändern kannst Du ausschließlich nur Dich selbst. Lass dem anderen Menschen so sein, wie sie sind. Wenn es Dir nicht gefällt, wie andere Menschen sich verhalten, kannst Du diesen Menschen ja aus dem Weg gehen. Konzentriere Du Dich lieber auf Dich selbst:

Warum findest Du, dass etwas im Außen „anders“ sein sollte, als es ist? Magst Du das Gefühl nicht, das dadurch in Dir ausgelöst wird? Dann Schau Dir das Gefühlsmuster an und konzentriere Dich darauf, es aufzulösen. Dazu gleich mehr. Widerspricht das Verhalten des anderen Deine Vorstellungen davon, wie Menschen sich verhalten sollten? Diese Vorstellungen haben mehr mit Dir selbst als mit den anderen zu tun. Wie willst Du selbst sein? Was verlangst Du selbst von Dir? Welche „Regeln“ hast Du für einen solchen Sachverhalt für Dich selbst verinnerlicht? Willst Du damit Anerkennung, dass Du selbst diese Regeln einhältst? Oder lehnst Du es in Dir selbst ab, wenn Du Dich so verhältst, wie es der andere gerade tut? Wenn andere Menschen etwas tun, was Deine Gedanken in Aufruhr bringt und Dein Unterbewusstsein dieser Aufruhr mit Mustern zu bewältigen versucht, gibt es drei Möglichkeiten:

1. Du selbst legst gegenüber anderen genau das gleiche Verhalten an den Tag oder hast den gleichen Fehler wie das Gegenüber, das Du verurteilst, Du willst es nur nicht sehen und anschauen. Denn das würde einen empfindlichen Schlag für Dein Selbstbild bedeuten (Schattenthemen).

2. Du selbst behandelst Dich selbst, auf einer unterbewussten Ebene genau so, wie Du gerade von Deinem Gegenüber behandelt wirst, und Du hast einen unbewussten inneren Kampf am Toben, weil Dein inneres Wesen so nicht – auch von Dir selbst nicht – behandelt werden will.

3. Du erlaubst Dir selbst nicht, was der andere sich herausnimmt. Dabei würdest Du es auch gerne tun, wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, traust Dich aber nicht, was diverse Gründe haben kann, die dann das eigentliche Gedankenmuster sind, zum Beispiel: „Die Belange und Bedürfnisse anderer oder einer bestimmten Person sind immer wichtiger als meine eigenen.“ , „Ich darf mich nicht hervortun!“, „Ich darf mich nicht durchsetzen, sondern muss lieb und freundlich sein.“ oder „Arbeit ist immer wichtiger als Freude und Spaß.“

Die ersten beiden Fallgruppen sind Projektionen, also die gedankliche Verlagerung eines eigenen Fehlverhaltens oder Fehlers auf eine andere Person. Projektionen nimmt man zurück, indem man sich über das eigene Fehlverhalten / Fehler klar wird und sich ändert. Nur die dritte Fallgruppe sind tatsächlich Gedankenmuster.


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Es gibt daneben noch viele, viele andere Erscheinungsformen von Gedankenmustern. Gedankenmuster sind immer Tatsachenannahmen, die man ungeprüft von irgendjemandem – wie Eltern, Lehrer oder andere Autoritäten – übernommen hat und als Leitlinie für das eigene Handeln zugrunde legt. Um Dir andere Beispiele zu geben:

▶  „Männer sind Frauen immer überlegen.“

▶  „Zu lieben ist gefährlich. Deshalb muss ich mich bedeckt halten.“

▶  „Ich bin Opfer der Umstände und kann sowieso nichts ändern.“

▶  „Ich verdiene keine Liebe.“

▶  „Wut ist schlecht.“

Wenn man einmal ein Gedankenmuster klar herausgeschält hat, lässt es sich recht einfach auflösen, indem man es auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüft: Stimmt das, was ich denke? Ist es wirklich wahr? Kann man es vielleicht auch grundsätzlich anders sehen? Oder ist das nur in bestimmten Situationen, aber nicht immer wahr? Ist dieses Gedankenmuster konstruktiv? Gleichzeitig wirst Du merken, dass jedes Gedankenmuster mit einem Gefühl unterlegt ist. Beispiel hierfür:

▶  Bei Männern: Überlegenheitsgefühle und Frauenhass;

▶  bei Frauen: Minderwertigkeitsgefühle, Neid und Männerhass.

▶  Angst, Selbsthass

▶  Ohnmacht, Angst, Hass und Selbsthass

▶  Minderwertigkeitsgefühle, Scham, Schuld und Selbsthass

▶  Überlegenheitsgefühle, Wut, Scham und Schuld

Diese Gefühle verschwinden manchmal, aber nicht immer sofort, wenn man das eigene Gedankenmuster aufgelöst und verändert hat, und zwar insbesondere, wenn es sich um tiefliegende Gefühlsmuster handelt.

Ein typisches Gedankenmuster ist außerdem, wenn sich die Gedanken ständig in den gleichen Gedankenschleifen wiederholen, ohne dass man zu einer Lösung kommt. Das ist immer ein Abwehrmechanismus dagegen, ein Gefühl zu spüren. Gehe dann in Dich und frage Dich selbst: „Welches Gefühl versuche ich gerade zu vermeiden?“ und arbeite mit diesem Gefühl.

Wie Du Gefühlsmuster auflösen kannst

Gefühlsmuster aufzulösen ist die Königsdisziplin. Dabei ist, wer überhaupt seine Gefühle zulassen und wahrnehmen kann, seinen allermeisten Mitmenschen schon weit voraus! Denn heute sind selbst die meisten Frauen von ihren Gefühlen abgeschnitten. Dabei sind Gefühle eigentlich von Natur aus die Domäne der Frauen, im Gegensatz zum rationalen Denken, das die natürliche Domäne der Männer ist. Das hat mit dem in unserer Gesellschaft üblichen Irrtum zu tun, dass das rationale Denken dem Gefühl grundsätzlich überlegen sei oder dass Vernunft sich in rationalem Denken erschöpft. Das stimmt nicht, sondern ist eine antiquierte Vorstellung aus dem Zeitalter der Aufklärung! Damals – vor mehreren hundert Jahren! – war die Betonung des rationalen Denkens wichtig und richtig und hat wichtige gesellschaftliche Veränderungen angestoßen. Dieser Ansatz ist heute aber überholt: Rationales Denken und Gefühle ergänzen einander auf eine wunderbare Weise. Nur ein ausgewogenes Miteinander kann wahrhaft vernünftige Ergebnisse hervorbringen. Deshalb hat ja die Natur vorgesehen, dass Frau und Mann sich zusammentun: Damit sie einander ergänzen können. Sei also stolz auf Dich, wenn Du Deine Gefühle überhaupt spüren und benennen kannst!

Damit ist der wichtigste Schritt zur Auflösung bereits getan!

Gefühlsmuster aufzulösen ist zum einen deshalb etwas anspruchsvoller, weil diese nicht direkt über den bewussten Willen aufgelöst werden können, sondern nur mittelbar. Das zu wissen und zu verinnerlichen ist wichtig, weil man nur dann von dem Versuch Abstand nehmen kann, Gefühle bewusst steuern zu wollen. Wer Gefühle mit dem bewussten Willen steuern, verdrängen oder rationalisieren will, löst nichts auf, sondern gibt ihnen nur noch mehr Kraft, weil sie dann unterbewusst wirken. Was viele nicht wissen: Ihre unterbewussten Gefühle können bei anderen entsprechende Reaktionen hervorrufen. Das ist die Wirkweise des Gesetzes der Anziehung: Man zieht an, was in einem ist, und das gilt auch für unbewusste Gefühle. Das einzige, was Du bewusst tun kannst ist, Gefühle bewusst zu spüren und solange „durchzufühlen“, bis sie nach und nach von allein verschwinden. Dieser Prozess muss häufiger – je tiefer das Gefühl verankert ist, desto häufiger – durchlaufen werden, bevor er zur Auflösung führt.

Beschleunigen kann man diesen Prozess nur, indem man einen geschützten Raum – z. B. ein Coaching – aufsucht, in dem Gefühle auch ausgedrückt (nicht ausagiert!) werden können. Ein guter Coach kann dem Klient / Mandant aufmerksam machen, wo die Gedankenmuster noch gegen einem stehen.

Im Alltagsleben ist dies nicht ratsam, weil das in den allermeisten Fällen zu Konflikten führt. Denn die meisten Menschen können nicht mit Gefühlen umgehen, manche reagieren auf den Ausdruck von Gefühlen sogar extrem aggressiv.

Zum anderen bergen Gefühlsmuster die Herausforderung, dass sie gleichzeitig konstruktive und destruktive Bestandteile aufweisen können. Wer zum Beispiel wütend ist, mag durchaus Anlass und Grund dafür haben, so dass die Wut an sich gesund ist. Es kann aber sein, dass die Wut unverhältnismäßig stark und dem Anlass nicht angemessen ist, wodurch die Wut über das gesunde Maß hinausschießt und damit ungesund wird. Gesunde Gefühle auflösen zu wollen, ist natürlich Unsinn und funktioniert auch nicht. Denn gesunde Gefühle sind Ausdruck unseres inneren Wesens, das gelebt werden will. Den Unterschied zwischen gesunden und ungesunden Gefühlsmustern kann aber nur spüren, wer in seiner Gefühlsarbeit schon weit fortgeschritten ist, weshalb ich das an dieser Stelle als Ausblick erst einmal so stehen lassen möchte.


Als Coach zeige ich meinen Klienten wie Sie Ihre Gedankenmuster aber auch die Gefühlsmuster erkennen und systematisch ablegen können.  Kontaktformular