Kämpfst Du mit einem besonders hartnäckigen Muster, das sich partout nicht auflösen lassen will?


Manche Muster sind einfach extrem hartnäckig und scheinen jedem Transformationsversuch zu widerstehen. Das liegt daran, dass unsere Seele sehr komplex und die einzelnen Aspekte miteinander verwoben sind. Deshalb kann man manchmal regelrecht in einem Spinnennetz gefangen sein. Ich habe hier ein paar Transformationsbremsen aufgeschrieben in der Hoffnung, dass Dir das eine Hilfe ist.

Hast Du Dein Muster vollständig verstanden?

Wenn Du ein Muster trotz aller Bemühungen nicht auflösen kannst, liegt das daran, dass Du es nicht vollständig verstanden hast. Denn zentrale Muster sind nicht nur ein „Anhängsel“ zu Deiner Persönlichkeit, sondern ein eigenständiger Persönlichkeitsanteil, den Du nur umerziehen und integrieren kannst, wenn Du ihn in jeder Facette seiner Erscheinungsform verstanden hast. Der bekannte Kommunikationsforscher Friedemann Schulz von Thun hat den Begriff des „inneren Teams“ geprägt, der sehr anschaulich beschreibt, dass jeder Mensch viele Persönlichkeitsanteile in sich trägt, die für ein gelungenes Leben eine solide Teamleistung hinlegen müssen. Dafür muss im ersten Schritt jeder einzelne Persönlichkeitsanteil voll verstanden und transformiert werden. Um ein Muster besser zu verstehen, gibt es mehrere Punkte, bei denen man ansetzen kann. Ich werde Dir nachfolgend einige vorstellen.


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Hast Du verstanden, warum Dein Muster destruktiv ist?

Die meisten Menschen setzen sich erst dann mit ihren Mustern auseinander, wenn sie dadurch in einen Konflikt mit ihrer Außenwelt gekommen sind. Das Muster auflösen zu wollen, um dadurch wieder Frieden herzustellen, ist zwar ein hehres Motiv, nur leider eines, das oft nichts nützt. Denn nicht selten sträubt sich etwas in Dir gegen Veränderungen, die vom Außen „verlangt“ werden. Dein Inneres ist oft nur dann bereit sich zu verändern, wenn Du selbst für wichtig und richtig siehst und aufgrund Deiner eigenen Entscheidung dazu entschlossen hast. Dein Inneres kannst Du am ehesten dadurch von der Notwendigkeit einer Veränderung überzeugen, wenn Du verstanden hast, warum das Muster auch für Dich selbst destruktiv und Veränderung deshalb auch für Dich ein Vorteil ist.

Ein Beispiel: Angenommen, ein Mann ist von seiner Frau dafür kritisiert worden, dass er sie ständig bevormundet und wie ein Kind behandelt. Um den Hausfrieden wieder herzustellen und das Genörgel seiner Frau abzustellen, will er das Muster ablegen. Es gelingt ihm aber irgendwie nicht. Was ihm helfen kann, ist die Frage: Welchen Vorteil hat er selbst davon, wenn er die Bevormundung abstellt? Darauf gibt es unzählige Antworten wie zum Beispiel: Vielleicht ist es spannend, die eigene Frau als mündige Erwachsene zu erleben, anstatt sie immer nur als Kind wahrzunehmen? Vielleicht wird der Sex dadurch besser? Vielleicht ist es eine Entlastung, die „Verantwortung“ für das Wohlbefinden seiner Frau abzulegen? Vielleicht erlebt er dadurch das große Glück, von seiner Frau um seiner selbst willen geliebt zu werden, anstatt nur als „Ersatz-Vater“ mit Versorgerfunktion „gebraucht“ zu werden? Vielleicht kriegt die schon ein bisschen in die Jahre gekommene Ehe durch die Veränderung einen ganz neuen Kick, der höhere Lebensqualität bedeutet? Es geht darum, dass der Mann in sich die Lust auf Veränderung weckt, anstatt die Veränderung innerlich als lästige Ehepflicht zu empfinden. Denn nur in einem grundsätzlich positiven inneren Klima kann Veränderung gelingen. Wird Veränderung als Pflicht empfunden, ist sogar nicht ausgeschlossen, dass sich das Muster noch verstärkt. Denn mit Verpflichtung verbinden viele Menschen unterbewusst die elterliche Autorität, gegen die nicht selten blind (unbewusst) rebelliert und aufbegehrt wird.

Weshalb hast Du Deine Muster entwickelt?

Ein anderer Ansatzpunkt, hartnäckige Muster zu knacken, ist folgender: Muster sind „psycho-logisch“, haben also eine „logische“ Funktion im Gesamtgefüge der Gesamtpersönlichkeit. Das mag auf den ersten Blick absurd klingen. Denn Du willst ja das Muster loswerden, weil es Dich stört. Wie kann etwas, das stört, Sinn haben? Das leuchtet aber sofort ein, wenn man sich anschaut, wann und warum Muster entstanden sind. Du weißt oder ahnst es schon, wann Muster entstehen, nicht wahr? Ja, richtig: In Deiner Kindheit. Ein Muster ist eine Verhaltensstrategie, die Du in Deiner Kindheit zurechtgelegt hast, um mit einer schwierigen Situation im Außen klarzukommen. Um ein Beispiel zu geben: Mal angenommen, Du bist mit drei älteren und zwei jüngeren Geschwistern groß geworden. Und bei Tisch gab es immer Gezanke um Keulen von den Brathähnchen. Nur wer schnell zugriff, konnte sich durchsetzen und siegergleich den begehrten Schenkel verzehren. Die Zahl der Muster, die aus einer solchen oder ähnlichen Situation entstehen können, ist unendlich groß, zum Beispiel:

▶  Das Verhaltensmuster, gierig und rücksichtslos nach Dingen zu grabschen.

▶  Egozentrik und der Hang dazu, ausschließlich die eigenen Interessen und Bedürfnisse im Blick zu haben.

▶  Der Glaubenssatz: „Ich kann nicht verlieren!“

▶  Der komplementäre Glaubenssatz: „Ich bin ein Verlierer!“

▶  Das Gefühlsmuster der Verachtung für Schwäche und Menschen, die sich nicht durchsetzen können, um die eigene übergroße

     Durchsetzungskraft zu rechtfertigen.

Welche Lösung ein Kind in der beschriebenen oder einer vergleichbaren Situation wählt, hängt wiederum von der Gesamtpersönlichkeit ab. Jedes Kind findet auf so eine Situation eine ganz individuelle Lösung. Es gibt also keine festen Regeln, wie ein Kind auf einen bestimmten Lebenssachverhalt reagiert. Deshalb musst Du in Dich danach forschen, welcher Lebenssachverhalt in Deiner Kindheit dafür zugrunde gelegt hat, dass Du das Muster, das Du heute auflösen willst, damals entwickelt hast. Versetze Dich dann in das Kind hinein, das Du einmal warst, und wie das Kind diese Situation wohl damals empfunden haben muss. Vielleicht kommt Dir sogar eine Erinnerung an die Gefühle, die Du damals gehabt hast. War es die Angst, zu kurz zu kommen?

War es die Sorge, ein „böses Kind“ zu sein, wenn Du Dich durchgesetzt hättest? Was war damals Dein Beweggrund dafür, dass Du damals so gehandelt hast, wie Du es getan hast? Und gebe Deinem inneren Kind in Dir das, was das Kind damals gebraucht hätte: Verständnis, Wärme und Mitgefühl dafür, mit einer schwierigen Situation klarkommen zu müssen. Nehme Dein inneres Kind gedanklich auf Deinen Schoß und frage es: „Was brauchst Du, damit Du das Muster loslassen kannst?“ Die Lösungen darauf sind individuell: Du kannst Deinem inneren Kind versprechen, ihm denjenigen Schutz zu geben, den es damals vermisst hat. Du kannst ihm erklären, dass es keineswegs „böse“ ist, dafür zu sorgen, dass es nicht zu kurz kommt.

An dieser Stelle empfehle ich meine Klienten, die Arbeit „inneres Kind“, dass Du gerne bei mir erhalten kannst. Diese Arbeit / Transformation erstreckt sich über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen. Vorausgesetzt, man kommt während der Arbeit an seine reine Emotionalität, wird Dein Empfinden danach unbeschreiblich sein.

Warum „brauchst“ Du das Muster heute noch?

Tatsächlich können Muster auch in der Gegenwart noch sinnvoll im Sinne von „psycho-logisch“ sein. Wer sich zum Beispiel an der eigenen Egozentrik stört und mehr Selbstlosigkeit entwickeln möchte, weil er verstanden hat, dass Egozentrik eine unangenehme kindische Charaktereigenschaft ist, tut nicht gut daran, die Egozentrik abstellen zu wollen. Denn dann findet er sich mit großer Wahrscheinlichkeit in der blöden und alles andere als erstrebenswerter Situation wieder, dass er von anderen ausgenutzt und übervorteilt wird. Denn Egozentrik ist ein Schutzmechanismus dagegen, ausgenutzt und übervorteilt zu werden. Bei genauerer Betrachtung ist also die Egozentrik an sich gar nicht so das Problem, sondern vielmehr der Mangel an Selbstbehauptung und Durchsetzungsfähigkeit. Dann ist es zielführender zu lernen, sich selbst zu behaupten und sich durchzusetzen. Wenn man dann die Gewissheit hat, dass man über die notwendigen inneren Ressourcen verfügt, sich bei Bedarf gegenüber anderen durchsetzen und für sich selbst sorgen zu können, wird die Egozentrik überflüssig. Dann fällt es leicht, darauf zu verzichten, egozentrisch zu sein, und die Egozentrik verschwindet fast von allein, ohne dass große Kraftanstrengung dafür notwendig ist.


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Wie kompensierst Du das Muster?

Die Seele strebt immer nach Balance. Durch ein destruktives Muster entsteht eine seelische Disharmonie, die die Seele an anderer Stelle ausgleicht, wodurch dann wieder Balance hergestellt wird, wenn auch eine „schiefe“, destruktive Balance. Deshalb kann man Muster manchmal nur auflösen, wenn man die dahintersteckende „schiefe“ Balance erkennt und von beiden Seiten her auflöst. Das typische Beispiel dafür ist das Thema „Verantwortung“: Wer dazu neigt, zu viel Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen, lehnt gleichzeitig auf irgendeine Art und Weise die Verantwortung für sich selbst ab. Wie diese Ablehnung der Eigenverantwortung im Einzelfall aussieht, kann ganz unterschiedlich ausfallen. Der krasseste Fall ist, wenn man die Verantwortung für das eigene Verhalten verleugnet. Aber Eigenverantwortung hat viele Facetten:

Verantwortung für die eigenen Gefühle, Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse, Verantwortung für das eigene Glück, Verantwortung für das eigene Leben und Wohlbefinden. Eigenverantwortung kann also auf ganz unterschiedliche Art und Weise abgelehnt werden. Wer das Muster ablegen will, zu viel Verantwortung für andere zu übernehmen, tut gut daran, sich anzuschauen, an welcher Stelle genau er die Verantwortung für sich selbst ablehnt. Ist dieser Aspekt in das Licht der Bewusstheit geholt, kann die „schiefe“ Balance aufgelöst werden, indem man gleichzeitig an der Ablehnung der Verantwortung für andere und an der Übernahme der vollen Eigenverantwortung arbeitet.

Hast Du alle relevanten Verbindungen zu anderen Muster erkannt und verstanden?

In der menschlichen Seele sind alle Muster und Persönlichkeitsanteile miteinander verknüpft und verwoben. Und – wie oben schon geschrieben – ein gelungenes Leben kann nur führen, wenn die Teamleistung aller Persönlichkeitsanteile stimmt. Mit anderen Worten: Wenn ein zentraler Persönlichkeitsanteil vollständig oder weitestgehend gelähmt ist, leidet die Teamleistung erheblich. Das ist in etwa so wie eine Fußballmannschaft, die nur einen Stürmer hat und dieser Stürmer den Knöchel gestaucht hat. Was wird ein schlauer Trainer tun? Für seinen Stürmer die beste medizinische Versorgung oder Ersatz suchen. Dass der dritte Abwehrspieler etwas schneller sein könnte, wird ihn nicht interessieren. In Deinem inneren Team gibt es einen solchen Stürmer, der auf Trab sein muss, damit sich in Deinem Leben etwas bewegen kann: Dein Selbstwertgefühl, das man als so eine Art Finanzvorstand Deines inneren Teams bezeichnen kann. Wenn dieser Finanzvorstand schwach aufgestellt ist, hat es höchste Priorität, ihn wieder auf Zack zu bringen. Denn der bremst Dein gesamtes inneres Team aus. Das Selbstwertgefühl beeinflusst durchweg alle anderen Persönlichkeitsanteile und Muster. Zwar kannst Du Dein Selbstwertgefühl auch dadurch erhöhen, dass Du andere Persönlichkeitsanteile und Muster transformieren, weil es insofern eine Wechselwirkung gibt. Aber wenn Du direkt an Deinem Selbstwertgefühl arbeitest, ist das tausendmal effektiver.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Ich habe mal eine Frau im Gespräch gehabt, die über ihr zwanghaftes Helfer-Syndrom (Muster) klagte. Ihr war auch bereits klar, dass das mit ihrem mangelnden Selbstwertgefühl zusammenhing: Helfen, um „wertvoll“ zu sein. Je länger wir miteinander sprachen, desto mehr drängte sich mir die Frage auf: Führt diese Frau überhaupt das Leben, das ihr entspricht? Ich glaube, sie hat gespürt, dass sie sich mit mir ihrer Grundsubstanz auseinander setzen müsste - und das wollte sie nicht. So ist das mit Veränderung: Sie wirkt bedrohlich und wird deshalb gemieden, solange es geht. Erst wenn es dann nicht mehr geht, machen sich die Menschen auf und holen sich Hilfe. Und bedauern dann, dass sie so viele Jahre verschwendet haben. Woher ich das weiß? Weil es den meisten so ergeht…

Die größten „Show-Stopper“ für Veränderung: Irrtümer!

Wenn Du das jetzt liest, denkst Du bestimmt: Ach, das ist ja alles ganz einfach! Unterschätze diese Prozesse bitte nicht. Denn in Deinem Unterbewusstsein sind mit großer Wahrscheinlichkeit jede Menge Irrtümer verbuddelt, die Du noch nicht einmal als Irrtümer identifizieren konntest, wenn Du Ihnen bewusst wärest. Wenn ich durch die Arbeit an meiner eigenen Bewusstheit eines festgestellt habe, dann ist es die Tatsache, dass sehr Vieles, was in unserer Gesellschaft als „normal“ angesehen wird, tatsächlich destruktiv ist. Der wohl größte Irrtum ist zum Beispiel, dass Liebe schwach, nachgiebig, uncool und duckmäuserisch macht oder ist und dem Gegenüber immer den Vorzug einräumt. Das ist der größte Quatsch überhaupt! Andere lieben kann nur, wer sich selbst liebt. Und die Selbstliebe gebietet es, sich von anderen Menschen nicht missbrauchen oder übervorteilen zu lassen.

Deshalb ist Liebe auch stark, bestimmt und, wenn es die Situation erfordert, auch regelrecht hart. Manche Menschen wundern sich, wenn ich grantig werde, weil sie mich schlecht behandelt haben. Denn sonst bin ich ja immer so schön freundlich. Ja, ich bin ein freundlicher Mensch, aber das heißt nicht, dass ich alles mit mir machen lasse. Denn das ist in meinen Augen Selbstliebe = Liebe. Das ist nur eines der unendlich vielen Beispiele dafür, dass unsere Gesellschaft mit destruktiven Grundannahmen operiert. Und weil es so viele gesellschaftlich „anerkannte“ destruktive Grundannahmen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie auch in Deinem Unterbewusstsein abgespeichert sind.

Deshalb ist es überhaupt kein Eingeständnis von Unfähigkeit, wenn Du Dich zur Auflösung Deiner Muster professionelle Hilfe holst. Im Gegenteil: Es zeigt, dass Du die Verantwortung für Dein Glück in die Hand genommen hast und auf dem besten Weg bist!

Denke bitte immer daran: Der einzige Mensch, der Dich glücklich machen kann, bist Du selbst!


Als Coach mache ich meinen Klienten Ihre Muster bewusst, sodass sie diese systematisch auflösen können.  Kontaktformular