Authentizität – Leben ohne Maske!


Sie sind greifbarer, händelbarer und transparenter. Sie leben ihre Entwicklungsprozesse offen und ehrlich aus. Sie können Schwäche und Gefühle zulassen und ihre Stärke leben. Sie tragen keine Masken und sind bereit, sich auch „nackt“ zu zeigen, denn sie haben gelernt komplett zu sich selbst zu stehen. Sie fördern damit Vertrauen beim Gegen-über, so dass diese auch immer mehr bereit sind, sich ohne ihre Masken zu zeigen.



Was macht Wahrhaftigkeit und Authentizität (für mich) an Menschen aus?

Authentisch zu sein trotz seiner Befürchtungen ist keine leichte Aufgabe. Es fällt vielen Menschen schwer. Und es gelingt umso leichter, wenn Du liebevoll und freundlich mit Dir selbst umgehst.

"Es gibt nur einen Weg zum Glück, und dieser ist der ehrliche Weg zu Dir selbst!"


Am besten probierst Du aus, was passiert, wenn Du Dich authentischer verhältst. Und zwar in kleinen für Dich machbaren Schritten.

Hier eine kleine Anleitung, wie Du bei deinen Authentizitäts-Experimenten vorgehen kannst.

1. Schritt - Achtsamkeit

Versuche möglichst gut darauf zu achten, wie es Dir geht, wenn Du Dich authentisch oder nicht authentisch verhältst.

Das machst Du, indem Du versuchst, so genau wie möglich wahrzunehmen:

▶   was genau Dich daran stört, wenn Du Dich nicht authentisch verhältst,

▶   was sich gut anfühlt, wenn Du Dich authentisch verhältst,

▶   was für Dich belastend ist, wenn Du Dich authentisch verhältst,

▶   wie es sich überhaupt anfühlt, sich authentisch zu verhalten.

Wenn Du z. B. merkst, dass es gar nicht so schlimm ist, Deinen Kollegen gegenüber klar Deine Meinung zu sagen, dann fällt es Dir in Zukunft leichter, offen zu sagen, wie Du über eine Entscheidung oder eine neue Idee denkst.

Je besser Du Dich und Deine Reaktion bei authentischem Verhalten oder auch bei nicht authentischem Verhalten kennst, desto leichter wird es Dir gelingen, echter und authentischer zu sein. Wenn Du Dich besser kennst, kannst Du Dich bewusster für ein Verhalten ent-scheiden. So kannst Du Dich z. B. auch leichter von den Erwartungen lösen, die andere an Dich richten.

2. Schritt - Experimentieren

Probiere aus, wie es sich anfühlt, authentischer zu sein. Denn nur dann wirst Du die Erfahrung machen können, dass Du keine Angst zu haben brauchst, weil die Menschen Dich auch akzeptieren, wenn Du so bist, wie Du wirklich bist, und dass es sich auch für Dich viel besser anfühlt.

Am besten baust Du kleine Authentizität-Experimente immer wieder in Deinen Alltag ein. Wie das geht? Dazu habe ich hier gleich eine Anleitung für Dich. Wichtig ist, dabei in ganz kleinen Schritten vorzugehen. Dann hängst Du die Hürde nicht zu hoch und gehst auch kein zu großes Risiko ein.

1. Wähle eine Situation

Frage dich:

▶   In welchen typischen Situationen würde ich mich gerne anders verhalten? (In politischen Diskussionen, bei Familienfeiern, bei

      Team-Meetings)

▶   Bei welchen Menschen in meinem Leben wäre ich gerne authentischer? (Im Beruf, im Freundeskreis, in der Familie, …)

▶   Was möchte ich konkret sagen oder tun, um authentischer zu sein? (Haare färben und / oder zu kürzen, anderer Kleidungstiel,

      Meinungsäußerung, …)


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2. Entscheide Dich für ein authentischeres Verhalten

Entscheide Dich am besten nur für eine oder zwei Dinge, die Du in Zukunft anders machen möchtest.

Zum Beispiel:

▶   Bei der nächsten politischen Diskussion meine Meinung sagen.

▶   Mir nächstes Mal genau den Pulli kaufen, den ich toll finde.

▶   In einem Meeting einen Einwand, den ich habe, vorbringen.

3. Konkretisiere Dein Verhalten

Mach Deine Entscheidung möglichst konkret. Verpacke Dein Vorhaben z. B. in einen Wenn-dann-Satz.

Zum Beispiel:

▶   Wenn ich das nächste Mal in eine politische Diskussion zum Thema X gerate, dann werde ich endlich meine Meinung sagen.

▶   Wenn ich das nächste Mal vor der Wahl zwischen zwei Pullovern stehe – einem dezenten Pullover und einem, der mir aufgrund seiner

      leuchtenden Farben richtig gut gefällt –, dann kaufe ich mir den, der mir richtig gut gefällt.

Je konkreter Dein Vorhaben, desto leichter wird es Dir fallen, Dich wirklich authentisch zu verhalten. Wenn-dann-Sätze sind dabei besonders hilfreich. Denn ein Wenn-dann-Satz macht sehr deutlich, was genau Du in welcher Situation tun möchtest.

3. Schritt - Analysiere das Ergebnis

Wenn du Dich anders verhältst als bisher, also ein neues authentisches Verhalten ausprobierst, reflektiere bewusst Deine Reaktion. Wichtig ist dabei, dass Du Dich nicht so sehr darauf konzentrierst, wie andere auf Dein authentisches Verhalten reagieren, sondern dass Du Deine eigene Reaktion in den Blick nimmst.

Zum Beispiel:

Du hast Deinem Chef gegenüber offener als sonst Deine Meinung zu einer Entscheidung gesagt.

Fühlst Du Dich erschreckt? Wütend? Ängstlich? Wie schlimm fühlt sich das an? Oder vielleicht stellst Du fest: Meinem Chef gefällt zwar nicht, was ich gesagt habe, aber mir ist das egal. Es macht mir nichts aus. In dieser Situation fühlt es sich toll an, authentisch zu sein.

Durch die Analyse kommst Du womöglich zu dem Schluss, dass es viel leichter ist, Dich Deinem Chef gegenüber authentisch zu verhalten, als Du erwartet hast.

Es kann aber auch sein, dass Du merkst: Die Reaktion des anderen ist für mich sehr unangenehm. Mich authentisch zu verhalten ist an dieser Stelle wirklich ein Problem.

 

Das kann z. B. der Fall sein, wenn ein Freund kritisch auf Deine Meinung reagiert. Vielleicht ist diese Reaktion für Dich so schmerzhaft, dass Du Dir sagst: Autsch, das tut echt weh. Damit hab ich ein wirkliches Problem. Meine Meinung authentisch gegenüber diesem Freund zu äußern fühlt sich gar nicht gut an. Dann kannst Du Dich fragen: Wie wichtig ist es mir, in dieser Situation authentisch zu sein? Es kann ab und zu ja auch angebracht sein, sich nicht authentisch zu geben bzw. sich mit seiner Meinung zurück zu halten.

Zum Beispiel:

Die alte Tante legt viel Wert auf angemessene Kleidung. Normalerweise trägst Du immer Schlabberlook. Das ist authentisch. Aber der Tante zuliebe trägst Du an ihrem Geburtstag Rock und Bluse. Auch das ist vollkommen in Ordnung und entspricht Dir, weil Dir Deine Tante sehr wichtig ist und Du dazu beitragen willst, dass ihr Geburtstag ein schöner Tag wird.

Authentisch zu sein bedeutet nicht, dass man sein EGO aus leben muss oder gar andere mit diesem „authentischen“ Verhalten provoziert, sondern dass man zu sich komplett steht wie man denkt und fühlt!

Bewusst entscheiden

Mit Hilfe diesen vorgenannten 3 Schritten kannst Du Dich besser kennenlernen und in Zukunft bewusster entscheiden, wie Du Dich verhalten möchtest. Denn Du weißt jetzt immer öfter, wie es sich anfühlt, wenn Du Dich authentisch verhältst, und nimmst Dich im Ganzen besser wahr. Außerdem bist Du flexibler in Deinem Verhalten, weil Du neue Verhaltensweisen ausprobiert hast und bestimmt auch öfter die Erfahrung machst, dass authentischeres Verhalten nicht zu den befürchteten Konsequenzen führt.

Selbstverständlich ist der Weg zu mehr Authentizität für jeden Menschen individuell. So individuell wie die Persönlichkeit und Psyche, die Talente, Fähigkeiten und Werte eines jeden Einzelnen. Doch es gibt einen ganz wesentlichen Grundsatz:


Löse so viele Strukturen und Glaubenssätze wie möglich auf, die Dich daran hindern, wirklich Du zu sein!


Je mehr Menschen sich dafür entscheiden, authentischer zu sein umso leichter ist das Leben in der Gemeinschaft. Denn dadurch wird man für sich selbst aber auch für die anderen klarer und es entstehen weniger Missverständnisse.

Ich weiß, dass es auch für Dich möglich ist, authentisch zu leben. Wie gesagt, wahrscheinlich ist einiges an innerer Arbeit damit verbunden – aber es lohnt sich! Der Dank dafür wird mehr Zufriedenheit, Abwechslung, Glück und Freude sein statt Eintönigkeit, Frust und Mittelmäßigkeit.

Also, bleib dran, geh Deinen Weg und sei ganz Du selbst!



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