Auf Augenhöhe zu sein - wie gelange ich da hin?


Was bedeutet es, auf Augenhöhe mit einem anderen Menschen zu sein?

Wer sich andere Personen größer, besser, schöner als sich selbst vorstellt, fühlt sich ihnen meist unterlegen, weniger wertvoll und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu. Dabei ist der eigene Blick zu sich selbst oft getrübt, und anstatt den Fokus darauf zu richten, was wir können, ja sogar vielleicht richtig gut können, halten wir den Blick auf das, was wir nicht können. Dadurch schwäche ich mich selbst und rutsche immer mehr „runter“.

Durch Hilfsmittel kann die Augenhöhe künstlich vergrößert werden, beispielsweise durch ein geeignetes Rednerpodest, durch Schuhe mit hohen Absätzen oder einen etwas höheren Stuhl als beim Gesprächspartner. Aber greift es auch im Inneren? Durch äußerliche „Korrektur“ kann man leider kein innerliches Defizit bzw. Mangel am Selbstwert korrigieren.

Das Verlangen auf Augenhöhe mit anderen zu sein erfordert eine Entwicklung, was sich in uns abspielt. Wie kann ich das erreichen? Aus meiner Erfahrung dadurch, in dem ich mich weiterentwickle – das kann fachlich als auch privat sein. Jeder Form von Weiterentwicklung hat den Effekt, dass ich immer mehr an Wissen erlange und somit selbstsicherer werde. Wenn ich dann noch meine eventuell vorhandenen Minderwertigkeitsgefühle anschaue und angehe, rückt das Ziel in greifbarer Nähe!


  zum vergrößern - Bild anklicken!


Ob sich zwei Menschen auf Augenhöhe begegnen, zeigt sich in der Körpersprache, im Prozess des Redens und Zuhörens, im Mitgehen mit den Gedanken und Empfindungen des anderen, wodurch gegenseitiges Verstehen erst möglicht wird.

Damit man davon sprechen kann, dass zwei Menschen sich auf Augenhöhe begegnen, ist es notwendig, dass sie vorurteilsfrei aufeinander zugehen und sich von Bewertungen lösen. Botschaften, die hinter den Worten stehen, beruhen auf Achtung, Ebenbürtigkeit und Respekt,
Autonomie ist selbstverständlich und jeder nimmt sein Gegenüber ernst.

Die innere Haltung ist ausschlaggebend

Ob nun ein Mensch dem anderen auf Augenhöhe begegnet, hängt von der „inneren Haltung“ ab. Sie ist etwas, was nicht sichtbar ist, sondern im Verborgenen wirkt. Man könnte sie auch als „geistiges Konzept“ bezeichnen, das ständig interpretiert, was wir für gut ansehen und was nicht. Darüber hinaus bestimmt dieses geistige Konzept (innere Haltung) unser Handeln und Wollen unsere Überzeugungen und Grundannahmen.

Begegnet ein Mensch dem anderen nicht auf Augenhöhe, so liegt meist ein gestörter oder gekränkter Selbstwert vor. Dieser hat zur Folge, dass sich eine Person der anderen von seiner Haltung her ängstlich unterordnet oder sich bestimmend „darüber“ stellt und das Gegenüber
abwertet.


  zum vergrößern - Bild anklicken!


Bearbeitung der eigenen Haltung braucht eine tiefere Auseinandersetzung

Menschen, die mit der Begegnung auf „Augenhöhe“ ein Thema haben, ist es unumgänglich sich mit den eigenen, oft weit zurückliegenden Kränkungen des Selbstwertes erneut auseinanderzusetzen. Das führt oft in die Kindheit zurück, wo die Interaktion mit den Bezugspersonen

geprägt hat.

Fragen, die uns hier auf „die Spur“ bringen können sind beispielsweise: Wie sind die Eltern miteinander und mit uns Kindern umgegangen? War der Umgang wertschätzend, liebe- und respektvoll? Musste ich um Anerkennung und Liebe kämpfen? Habe ich mich gegen einen

dominanten Elternteil aufgelehnt, oder habe ich mich letztendlich untergeordnet? Wurde ich immer wieder verglichen und darauf hingewiesen, dass der Bruder oder die Schwester es besser können als ich? ...?

In meinem Coaching unterstütze ich meine Klienten, zu erkennen woran es hängt, dass sie das Thema "Augenhöhe" bislang in ihrem Leben haben und wie man es verändern kann.     Kontaktformular