Angst vorm allein sein   -   vom Alleinsein zum All-Ein-Sein


Dieses Thema kommt mir oft in meinen Coaching Terminen entgegen, daher möchte ich dieses Thema hier aufgreifen.

Sehr oft höre ich von meinen Klienten „ich hab da jemanden, damit ich nicht alleine bin!“ Sie oder Er sagen nicht, ich habe meine große Liebe gefunden und ich bin mit ihr/ihm zusammen und das macht mich sehr glücklich. Und das finde ich für diejenigen sehr schade. Denn dadurch nimmt sich der Mensch auch diese Möglichkeit den/die Partner/-in für sich zu finden. Denn der Platz ist ja bereits belegt!
Im Tiefen Innern glaubt dieser Mensch auch nicht mehr an diese Begegnung mit seiner/ihrer großen Liebe. Denn sonst würde man sich doch nicht mit was anderem begnügen - oder?

Was bedeutet das, wenn man einmal dahinter schaut? Der Mensch flüchtet vor dem „Alleinsein“ damit er/sie sich nicht mit dem ausein-andersetzen muss, was in den Stunden oder Tage des Alleinseins in ihm/ihr aufsteigen würde wie vielleicht Traurigkeit, Angst, Wut und Ärger vielleicht auch Frust.

Im Umkehrschluss kann es aber auch ganz andere Erfahrungen bereithalten, wie z. B. was mache ich mit der vielen Zeit bzw. ich kann den Tag in meinem Rhythmus begegnen und gestalten. Ich muss mich nicht um einen anderen kümmern, muss nicht auf irgendeiner Art funktionieren.

Wir haben gelernt im Außen zu leben, lieber sich mit irgendjemanden zusammen zu tun, als eine Art „Zeitvertreib“ bzw. der andere gibt einen Impuls wie und was gemacht wird. Wir haben es nie gelernt selbst für einen schönen Tag zu sorgen und konnten bisher nie erfahren, dass das „Alleinsein“ mit sich auch eine große Bereicherung für uns bedeuten kann. Denn hierfür muss man erst einmal einen Punkt überschreiten.

Man sollte grundsätzlich achtsam sein, mit wem und was man sich umgibt. Denn alles ist Energie und greift in unser eigenes Energiefeld ein, so noch viel tief greifender ein Partner/-in der/die ja auch sehr nah an uns herankommt und damit in unsere Aura (Energiefeld) eingreift. Was kann es bedeuten, wenn ich jemanden so nah an mich heranlasse, denn ich nicht liebe? Auf jeden Fall wird er/sie durch seine/ihre Energie mich verändern. In welche Weise ist dahin gestellt. Wenn es um einen Liebespartner/-in handelt, geht man unter ganz anderen Voraussetzungen ein, zumal der Impuls des Zusammenseins Liebe ist und man nicht ohne Grund den Anderen liebt.

Oder habt Ihr Euch schon einmal Gedanken gemacht, dass Ihr Eure Energie die Ihr zur Verfügung habt, dadurch verschwendet? Nun, ich meine, dass jeder Mensch der um einen herum ist, auch Energie kostet. Denn schon allein die Aufmerksamkeit, die ich meinem Gegenüber schenke, kostet Zeit und Energie, die ich so für mich dann nicht mehr zur Verfügung habe. Das heißt, ich kann meine Energie nicht zu 100% für mich einsetzen, bin unter Umständen dann nicht mehr in der Lage, Ideen und / oder Veränderungen für mich zu entwickeln bzw. um zu setzen. Das lenkt mich von meinem eigentlichen Weg ab. Und was macht das mit uns?

Ja, da geht es um Achtsamkeit und Bewusstwerdung und das Leben erscheint auf einmal nicht mehr ganz so einfach – oder?

Doch, viel einfacher, aber man übernimmt für sich die volle Verantwortung und „hängt“ sich nicht mehr an irgendwas und / oder irgendwem dran, um nicht selbst um sich kümmern zu müssen.

Es gibt viele Menschen, die erst relativ spät im Leben oder sogar nie erkennen, wie wertvoll die Zeit des Alleinseins eigentlich sein kann. Wenn jemand Dinge allein tut, wird das viel zu häufig mit Einsamkeit in Verbindung gebracht – ein Trugschluss, der im schlimmsten Fall dazu führt, dass jede Alltagsentscheidung in Abhängigkeit zum sozialen Umfeld getroffen wird, unabhängig davon, ob man selbst dabei auf seine Kosten kommt oder nicht.


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Die eigene Komfortzone verlassen

Jeder kennt dieses Gefühl: Es gibt diesen neuen Film im Kino, den man unbedingt sehen möchte, aber niemand hat Zeit mitzukommen. Warum also nicht einfach allein gehen? Viele Menschen scheuen sich davor, das Einzelticket zu kaufen, aber manchmal sollte man einfach über seinen Schatten springen und die Dinge tun, auf die man Lust hat.

Wenn man mal allein unterwegs ist, muss man sich keineswegs einsam fühlen. Natürlich braucht man manchmal wirklich andere Menschen, aber im Kino, Tanzkurs oder im Restaurant kann man auch gut allein klarkommen und Spaß mit sich selbst haben.

Denn bei Unternehmungen im Alltag ist es wichtig, nicht jede Aktivität von anderen abhängig zu machen und sich davon einschränken zu lassen. Zu Beginn fühlt es sich oftmals gar nicht so angenehm an, die eigene Komfortzone zu verlassen und ohne Begleitung auszugehen. Wenn man sonst überwiegend in der Gruppe oder mit dem Partner unterwegs ist, ist das am Anfang nicht so einfach.

Aus meiner Sicht ist es wichtig, solche Schamgefühle zu überwinden und bewusst auf Gesellschaft zu verzichten: „Sollte man sich unsicher sein, Dinge ohne Gesellschaft zu tun, ist es empfehlenswert, an das Gefühl anschließend zu denken. Daran, dass man etwas allein geschafft und Ängste hinter sich gelassen hat. Das hilft wiederum auch in Zukunft dabei, sich auf die eigenen Fähigkeiten verlassen zu können.“

Stärke und Selbstbewusstsein aus dem Alleinsein schöpfen

Wer öfter dazu bereit ist, Dinge ohne Begleitung zu tun, arbeitet gleichzeitig auch an seiner Persönlichkeit. Menschen werden viel selbstbewusster, wenn sie allein unterwegs sind. Sie lernen sich dadurch besser kennen und wissen, wie sie sich bei Problemen selbst helfen können. Denn, „Bewusstes Alleinsein hat viel mit Selbstpflege zu tun, die Kraft spendet – nicht nur im Alltag, sondern auch in Krisensituationen. Wenn man bestimmte Dinge ganz allein unternimmt, muss man keine Kompromisse eingehen, man kann das tun, worauf man Lust hat, sich selbst fühlen und gleichzeitig weiterentwickeln.”

„Nur wer mit sich auch Alleinsein kann, ist für eine Partnerschaft auf Augenhöhe bereit, denn er /sie benötigt den/die Partner/-in nicht mehr für seine/ihre Unzulänglichkeiten. Solange das nicht so ist, bezieht wenigsten eine/einer in dieser Be-zieh-ung was vom anderen. Und hierbei rede ich nicht von Liebe, denn die sollte sowieso an keiner Bedingung bzw. Erwartung geknüpft sein!

Mit dem Alleinsein verbinde ich eine selbst gewählte, selbst gestaltete Zeit, in der wir Dinge tun, die für uns persönlich wertvoll und wichtig ist. Dabei sollte aber nicht unbedingt Smartphone, Laptop oder Fernseher als Ersatz für Gesellschaft dienen: „Wenn man mal allein ist, sollte man das auch akzeptieren und vor allem genießen können. Das bedeutet auch, dass man sich dem Sog sozialer Netzwerke entzieht, für einige Stunden mal nicht erreichbar ist und sich auf eine Sache konzentriert.”


Möchtest Du vielleicht die Einsamkeit überwinden und alleine glücklich sein können, damit Du unabhängiger wirst – das Gefühl, sich selbst zu genügen empfinden die Menschen, die es schon kennen als sehr befriedigend.


Auf jedem Fall lohnt sich das allein sein zu lernen, denn es eröffnet viele Chancen auf ein glücklicheres Leben unabhängig von den Umständen und von anderen Menschen. Denn irgendwann müssen wir von dieser Welt wieder gehen – und das immer Alleine!

Und solltest Du meine Unterstützung für diesen Prozess benötigen, so ruf mich einfach an oder schreib mir eine E-Mail.     Kontaktformular